Freizeit in “Alba”

30/11/2008

Nach fast auf den Tag genau 10 Monaten Schottland-Abstinenz durfte ich am 13. November meinen Urlaub antreten. UNZÄHMBARE FREUDE!!!! Der Flug von Frankfurt/Hahn nach Edinburgh verlief ohne große Verzögerungen und so war ich schon kurz vor Mittag Ortszeit wieder “zu Hause”. Ich bin direkt zur Autovermietung und von dort nach Stirling gefahren, wo ich Antoine besucht & abgeholt habe. Das kommende Wochenende wollten wir gemeinsam in und um Glasgow verbringen. Den Freitag war ich erst noch alleine unterwegs, da er arbeiten mußte und ich habe den etwas regnerischen Tag in der Kelvingrove Art Gallery & Museum verbracht. Abends kam er dann nach und am Samstag vormittag sind wir zusammen gen Süden nach Culzean Castle gestartet. Bei übrigens bestem Schottlandwetter, welches mich die meiste Zeit begleitet hat! Auch wenn das Schloss selbst um diese Jahreszeit nicht mehr zu besichtigen ist, lohnt sich ein Ausflug in den weitläufigen Country Park allemal. Immer wieder hat man von seinen verschlungenen Wegen tolle Ausblicke auf die raue Westküste und das Schloss. Im Anschluss sind wir noch ein kleines Stückchen weiter südlich nach Turnberry gefahren, wo wir über einen Golfplatz (der Golf-Akademie von Colin Montgomerie) zu einem kleinen Leuchtturm gelaufen sind.

Am nächsten Tag standen 2 weitere Schlösser auf dem Plan. Das erste – Dean Castle – liegt in Kilmarnock, etwa 30 Minuten südlich von Glasgow, gelegen. Es hatte sogar noch auf und wir zwei haben eine Privatführung mitgemacht, da sonst anscheinend wohl keiner wollte. Danach ging es rüber an die Westküste und dann nach Norden. Um Mittag herum haben wir ein wunderschönes Fleckchen Erde in der Nähe von Irvine gefunden, wo wir am Strand gepicknickt haben mit Blick auf die Hebrideninsel Arran. Wun-der-schön! So waren wir gut für das gestärkt, was uns in Largs erwartet hat: Kelburn Castle. Vom Gebäude her nichts Ungewöhnliches…. bis auf den Anstrich. Hier hat ganz klar die Gegenwart zugeschlagen. Im Winter sicherlich ein schöner Farbklecks, doch man muss sich etwas dran gewöhnen. Beide Schlösser, sowohl Dean als auch Kelburn Castle, verfügen über wunderschöne Country Parks, die es lohnt zu erkunden. Auch im Winter! Dann ging es Richtung Forfar, in Stirling habe ich noch schnell Antoine nach Hause gebracht. Montag war sehr regnerisch und deshalb habe ich den Tag genutzt, um meine Bekannten abzuklappern: Glamis Castle Mitarbeiter im Schloss, meine ehemaligen Vermieter und meine ehemaligen Kollegen im Castleton Hotel. In letzterem habe ich auch spontan (!) einen Job angeboten bekommen, der sich auf den 1. Blick grandios angehört hatte. Doch als die Sprache auf die Bezahlung kam, hatte sich alles ganz schnell wieder erledigt. Dienstags bin ich dann zum Mittagessen zu Antoine auf den Unicampus von Stirling gefahren. Dort gibt es übrigens auch ein kleines Schlösschen. Ich wollte eh an dem Tag in die Nähe von Stirling, um mir Doune Castle anzuschauen, wo “Die Ritter der Kokosnuss” von Monty Python gedreht wurde. Abends war ich zum Essen verabredet mit meinen ehemaligen Kollegen von Glamis. Es war ein tolles Gefühl, alle mal wieder zu sehen.

Mittwoch bin ich nicht weit gefahren. Erst Arbroath Abbey, wo die “Declaration of Independence” verfaßt wurde, dann Arbroath Harbour, um die besten Fish & Chips weit und breit zu essen. Im Anschluss Claypotts Castle in Dundee und zu guter Letzt Broughty Castle in Broughty Ferry bei Dundee. Da hatte der Wind am Firth of Tay so weit aufgefrischt, dass ich mich fast schon ohne umzufallen reinlehnen konnte! Abends habe ich mir mit meiner Gastgeberin Eileen im Kino “The boy in the striped pyjamas” angeschaut. Absolut sehenswerter Film mit Garantie auf mindestens einen dicken Kloß im Hals. Donnerstag war auch eher gemütlich. Am späten Vormittag bin ich ausgiebig mit Meg spazieren gegangen (big fun), nachmittags war ich mit Eileen bei einer anderen Kollegin zum Krankenbesuch, abends habe ich mir von einer weiteren Kollegin die grade erworbene Wohnung angeschaut und schließlich ein leckeres Essen für meine Gastfamilie  zubereitet.

Freitag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von Forfar/Glamis und “Hallo” Edinburgh. Flugs mein Auto abgegeben und meinen Kumpel Krish getroffen. Auch wenn es trocken war – an dem Morgen lag auf den Highlands Schnee und es war auch in Edi a****kalt! Mein Flieger ging am Samstag vormittag und ich war viel zu schnell wieder aus meinem Urlaub zurück ;-)

Hier die Bilder. Mal wieder ein schöner Beweis, dass das Wetter in Schottland viel, viel besser ist als sein Ruf!

culzean-castleculzean-country-parkdean-castleStrand mit Blick auf Arrankelburn-castledoune-castle1arbroath-abbeyclaypotts-castlebroughty-castle

airthrey-castle2Mein Auto

15/1/2008

Obwohl ich immer noch nicht die Musse gefunden habe, den Bericht von Silvester zu schreiben (ich Faule!), lege ich nochmal nach! Gestern war ich “auf’n Kaffee” in Braemar verabredet. Die Fahrt dauert knappe 1,5 Std. – so weit bin ich noch nie fuer ‘nen Kaffee gefahren. Doch wenn schon mal ein Bekannter aus Osnabrueck sogar in der Naehe ist, muss man die Gelegenheit doch wahrnehmen. Das Wetter war zumindest trocken, doch die Wolken hingen relativ tief in den Highlands. Trotzdem war der Weg nach Braemar, durch eines der schoensten Taeler, die ich kenne (Glenshee), mal wieder atemberaubend. Die Berge tuermen sich neben der Strasse in den Himmel und sind noch gut mit Schnee bedeckt – Waaaaaaahnsinn.

Ausserdem hat mir Tommy dann noch eine sehr schoene Stelle in der Naehe von Braemar gezeigt: Linn of Dee. Das ist eine Stromschnell am Fluss Dee. Zu dieser Jahreszeit sehr mystisch, finde ich. Aber seht selbst. Danke, Tommy!

Linn of Dee 1Linn of Dee 2Linn of Dee 3

05/01/2008

Hallo ihr Lieben & ein frohes neues Jahr!

Wie ihr ja sicherlich alle wisst, waren meine Eltern ueber den Jahreswechsel hier bei mir in Schottland. Und obwohl wir alle samt krank waren, haben wir uns doch zu unserem geplanten Sightseeingtrip gezwungen. Hier schon einmal die Fotos:Edinburgh im SchneeOne o’clock gun in Edinburgh Castle

Mein Staedtchen ForfarAberdeen HafenSt Andrews von obenDunnotar bei SturmHuntly Castle in der Speyside

So, jetzt will ich endlich mal den Bericht von meinem Besuch über Silvester erzählen. Bevor der Monat um ist…

Wie die meisten von euch ja bereits wussten, war ich zu einem Überraschungsbesuch über Weihnachten nach Hause geflogen. Und die Überraschung ist auch absolut gelungen – meine Eltern hatten nicht den blassesten Schimmer und waren teilweise sogar geschockt für einen Moment. Das lag aber eher daran, dass ich aus einem Pappkarton gesprungen bin J

Ich hatte also ein seeeeeeehr schönes Weihnachten zu Hause und am 28. bin ich mit meinen Eltern und Christa (Freundin der Familie) gen Schottland aufgebrochen. Wir waren übrigens alle krank! Meine Mama war die erste, die mit dieser fiesen Erkältung anfing und langsam aber sich hatte sich jeder angesteckt.

Als wir nach einem witzigen Flug (viele schottische Soldaten; vor mir und Papa saßen zwei davon und haben sich unterhalten; jedes 3-4 Wort war „fucking“ – soooo typisch!!) in Edinburgh gelandet sind, hat es geregnet. Super Anfang. Naja… zu der Zeit war es sowieso schon dunkel und man konnte eh nichts sehen. Im Cottage angekommen, haben wir schnell alle Klamotten ausgepackt und sind in den Pub nach Glamis gefahren. Wir hatten schließlich Hunger, und den kann man im Strathmore Arms sehr gemütlich und lecker stillen.

Am 29. bin ich mit den 3en zum Schloss gefahren, wo wir erst einen kleinen Spaziergang durch den Park gemacht haben und dann sind wir durch’s Schloss gegangen. Das Wetter war klar, sonnig und seeeehr kalt. Anschließend ging’s nach Forfar, wo ich Ihnen „meine“ Bibliothek, „meine“ Läden etc. gezeigt habe. Die 15 Minuten sollte man schon Zeit haben! Zwischendrin gab es noch einen kleinen Snack frisch vom Bäcker und den restlichen Abend haben wir es uns im Cottage gemütlich gemacht.

Am 30. habe ich die 3 morgens nach Dundee gebracht und ich selbst bin zur Arbeit gegangen. Keine gute Idee an sich, da meine Erkältung mir ganz schön auf die Stimmbänder geschlagen war und ich mich eher krank als gesund gefühlt habe. Ehrlich gesagt, habe ich den Tag auch nicht durchgehalten…. Bei meiner 4. Führung musste ich passen und es war auch sonst niemand im Schloss, der sich fit genug gefühlt hätte, diese zu übernehmen. Also ist sie ausgefallen. Puh… Gott sei Dank! Und ich bin ganz schnell nach Hause gefahren, wo ich straight away ins Bett bin. Meine Familie habe ich ca. 1,5 Std. später vom Bus aus Dundee abgeholt. Das Wetter übrigens wunderschön den ganzen Tag über.

Der 31. sollte ein wenig gemütlicher sein, da wir abends ja noch ein Konzert in Perth vor uns hatten. Also sind wir nach St. Andrews gefahren, wo wir uns als erstes den Bishop’s Palace angeschaut haben. Direkt am Meer gelegen mit einem Meerwasserpool! Can you believe it?!?! Von wegen Armutsgelübde und Zölibat! Ich will ja nicht wissen, was für Poolparties die Bischöfe dort im späten Mittelalter gefeiert haben…. Ts, ts, ts

Anschließend sind wir in die Ruinen der Kathedrale gegangen und auf den Turm von St. Rule (??). Von dort oben hat man einen spektakulären Ausblick über die Stadt, die Ruinen und das Meer. Wunderschön! Vor allem, da es nicht geregnet hat.

Unten wieder heil angekommen, sind wir durch die Stadt geschlendert – es gibt so viele hübsche Häuschen – und sind für einen Kaffee/Tee in einem kleinen Café eingekehrt. Danach ging es dann langsam gen Heimat, wo wir uns ein wenig entspannt, lecker gekocht und gegessen haben. Für Silvester hatte ich extra im Farm Shop von Glamis Castle einen großen Braten vom Highlandrind gekauft. Hmmmm, lecker!

Nach dem Abendessen war es dann Zeit, uns in Schale zu schmeißen und nach Perth zu fahren. Die Konzerthalle war nicht schwer zu finden und im Foyer war schon viel los. Einige Männer hatten sich sogar in ihre Ausgeh-Kilts geschmissen! Papa hat damit auch geliebäugelt, ich glaube, er hätte auch gerne einen. Sieht aber auch echt toll aus. Als es dann soweit war und sich die Menge in den Konzertraum begeben hat, habe ich mich schon nach „nach Hause & Bett“ gefühlt. Es war mal erst 22 Uhr… Ich schiebe das jetzt mal auf meine Erkältung, ich habe mich tatsächlich echt elend gefühlt und gedacht, dass ich den Abend nicht überstehen werde. Vor allem, da ich nach Mitternacht ja auch noch 40 Minuten nach Hause fahren musste. Dann ging das Konzert endlich los mit der Vorgruppe (keinen Schimmer mehr, wie die hieß), die Country-Rock gespielt hat. Die waren echt super und haben gute Stimmung gemacht. Anschließend kamen die Blazin’ Fiddles….. und ich muss zugeben, dass sie nach einer Weile eher langweilig waren. Die Lieder waren zu lang und niemand hat gesungen. Also die waren schon gut, aber eben nicht so „blazin“, wie ich mir das vorgestellt hatte. Um Mitternacht gab es ein Indoor-Feuerwerk und alle haben sich ein frohes neues Jahr gewünscht. Der Schotte neben Christa, der schon während des Konzerts gut gebechert hatte, war auch ganz ausgelassen und hat ihr einen dicken Knutscher auf die Wange gegeben. Hihihi…. Auf der Bühne stand dann plötzlich ein einzelner Schotte mit Gitarre, der „Auld Lang Syne“ von Robert Burns gesungen hat. Und die ganze Halle hat mit eingestimmt – Gänsehautfeeling! Sogar die Claudi konnte ein paar Zeilen mitsingen.

Und da ich mich so wahnsinnig gut gefühlt habe (räusper) habe ich vorgeschlagen, die Halle 15 Minuten früher zu verlassen, um die Schlange vor der Garderobe zu vermeiden und ganz schnell nach Hause zu fahren. Schlussendlich sind wir heile angekommen und ich lag selig auf meiner Luftmatratze. Gefühlt habe ich mich aber wie gequirlte *piep*.

Am 1. ging es denn auf nach Inverness. Gefühlt habe ich mich immer noch be….scheiden und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich die Autofahrt bis Inverness schaffe. Also musste Papa ran, obwohl er ja eigentlich gar nicht erst anfangen wollte, links zu fahren. Doch wir haben einen Kompromiss gemacht. Ich bin das „schwierige“ Stück bis zur Autobahn gefahren, dann haben wir getauscht und er musste eigentlich ständig nur geradeaus fahren. Kurz vor Inverness habe ich mich dann wieder hinter’s Steuer geschwungen (naja… ganz so enthusiastisch war ich dann doch nicht) und bin in die Stadt und zum Hostel gefahren. Dort angekommen bin ich sofort ins Bett und meine Familie ab in die Stadt. Mensch, habe ich gut geschlafen. Anschließend habe ich mich auch schon viel besser gefühlt. Abends haben wir nicht mehr viel unternommen und im TV-Zimmer des Hostels entspannt und Tee mit Rum getrunken.

Am 2. wollte ich eigentlich weiter gen Norden nach Thurso fahren. Das war der eigentliche Plan. Doch den hatte ich bereits verworfen & das Hostel abgesagt, da ich mich morgens am 1. so miserabel gefühlt hatte. Morgens am 2. fühlte ich mich allerdings wieder recht ordentlich, so dass wir entschieden haben, nicht direkt nach Hause zu fahren, sondern den Bogen nach Aberdeen zu schlagen, um dort eine weitere Nacht im Hostel zu verbringen. Das Wetter war auch recht gut, kaum Regen, und so konnten wir viele kleine Stopps auf dem Weg einlegen; zuerst direkt in Inverness an einer der Schleusen des Caledonian Canal und anschließend am Fort George. Wir hatten gehofft, dass es offen sei, doch Pustekuchen.

Hier ein Tipp am Rande: Nicht über Silvester für einen Kurztrip nach Schottland kommen. Alle Besucherattraktionen sind am 1. und 2. Januar geschlossen.

Also nix mit Fort George. Weitere Stopps wurden in Elgin eingelegt, wo wir uns die Kathedrale und Burger King genauer angeschaut haben, bei der Strathisla Distillery und Huntly Castle. Aberdeen haben wir so gegen 15 Uhr erreicht, im Hostel eingecheckt und sind dann zum Sightseeing in die Stadt. Es war übrigens a*kalt. Vor einer kleinen Mall haben wir noch einen Kaffee getrunken, Crêpes gegessen und sind anschließend durch die inzwischen wieder geöffneten Läden gebummelt, wo wir ein Kniffel-Spiel für 50p erstehen konnten. Auf kochen im Hostel hatten wir an dem Tag keine Lust und daher haben wir uns einen richtig gemütlichen Pub gesucht und dort auch wirklich lecker gegessen. Papa und ich wollten noch einen Nachtisch haben: Whisky! Nicht, dass mir mein halber Liter Magners nicht schon gereicht hätte, nach dem Whisky durfte ich auf keinen Fall mehr fahren. Also musste Papa wieder ran, hihi. Mitten in der Stadt. Aber ich konnte ihn beruhigen, das Navigationssystem konnte ich schon noch spielen. Zumal der Weg vom Parkhaus auch fast nur geradeaus ging. Im Hostel haben wir dann noch ca. 2 Std. Kniffel gespielt und viel Spaß gehabt.

Am 3. war uns das Wetter nicht ganz so gnädig. Kurz vor Dunnotar Castle kam ein Schneeregenschauer (Englisch: sleet), so dass wir einen Moment im Auto warten mussten. Aber wir hatten ja Thermoskannen mit heißem Tee mit. Es war auch mal gaaaanz schön windig – kann man auf dem Foto wohl erkennen! Und die See war auch in Aufruhr, was Dunnotar mal wieder zu einem Highlight gemacht hat. Auf dem Rückweg zum Auto hat uns dann aber doch noch ein Schauer erwischt und nass gemacht. Egal, wir waren ja nicht mehr weit von zu Hause entfernt. Dachten wir….

Kaum waren wir auf der Schnellstraße, fing es an zu schneien. Und die Schotten sind mit Schnee ja ein wenig überfordert – komischerweise. Kaum liegen mal ein paar Zentimeter, geht verkehrstechnisch nix mehr. *kopfschüttel*

Ach ja und Papa hatte sich ja auch noch in den Kopf gesetzt, vor Abreise wenigstens eine Distillery von innen gesehen zu haben. Schwierig, wenn über Silvester alles zu ist. Also haben wir entschieden, nur schnell einen Pitstop im Cottage zu machen, um Gepäck und nasse Hosen abzulegen und schnell nach Crieff (hinter Perth) zu fahren, wo die Famous Grouse bzw. Glenturret Distillery liegt. Wir sind auch mal – dank Schnee – 10 Minuten vor der letzten Führung dort angekommen. Puh… Aber mal ganz ehrlich: Schnee in Schottland ist kein schlechtes Wetter. Ich persönlich finde Schnee ja toll. Und die Fahrt durch die Landschaft war auch echt schön. Ich war aber auch froh, als wir abends dann endlich im Cottage angekommen waren und die Füße hochlegen konnten.

Tja.. und dann war es auch schon Zeit für Edinburgh. Am 4. war der Abschied angesagt, doch vorher noch eine kleine Tour durch Edi: Princess Street (Mama wollte ja noch ein „Instakilt“ kaufen), Edinburgh Castle, Royal Mile, Holyrood Palace und zum Verschnaufen High Tea in „Carlinda’s Tea Room“. Und dann Airport.

Tschüß!

14/12

Ausblick vom Wallace MonumentMichael & ClaudiLoch Ness bei Sonne-)Loo rules

Ein vorweihnachtliches „Hallo & Hohohooo“ nach Deutschland!

Ihr merkt, meine Berichte werden seltener…. Die ruhige Zeit hat begonnen, die Tage sind kurz. Um 16.30h ist es dunkel. Seit meinem letzten Bericht ist nicht wirklich was Spannendes passiert. Ich war 2x im Kino, um mir „Stardust“ und „American Gangster“ anzuschauen. Ersterer wurde zum Teil in Schottland auf der Isle of Skye gedreht. Das habe ich allerdings leider erst nach dem Schauen erfahren. Persönliche Notiz: bei Gelegenheit noch mal auf DVD anschauen. American Gangster kann ich nur empfehlen, auch wenn er ein wenig lang ist. Basiert auf einer wahren Geschichte und außerdem spielt Denzel Washington mit! Also was für’s Auge ;-)

Meine Projektstudie ist inzwischen fertig geworden und sogar bereits bestanden. Juhuu! Die gute Nachricht erreichte mich letzte Woche in Inverness.

Genau, letzte Woche hatte ich Besuch von Michael aus Deutschland. Er hatte mich bereits letztes Jahr schon in Edi besucht und so konnten wir die Stadt getrost mal außen vor lassen. Unser Plan war ein anderer! Am Donnerstag sind wir morgens Richtung Pitlochry und Edradour Distillery aufgebrochen, wo wir eine nette kleine Führung hatten. Jaja… ich weiß… schon wieder Whisky. Gewöhnt habe ich mich daran allerdings immer noch nicht. Ich arbeite aber dran.

Anschließend ging es weiter gen Westen durch raue Berglagen, entlang wunderschöner Seen und Straßen. Das schöne an den Highlands ist ja, dass sie einem das Gefühl von Abgeschiedenheit vermitteln. Unter anderem, weil man im Auto auch keinen Radiosender mehr reinkriegt. Und urplötzlich schreit es dann wieder los und streicht ein halbes Jahr von meiner Lebenszeit! Puh…

Wir hatten noch genug Tageslicht, um einen Abstecher nach Fort William (ohne ‚S’ am Ende, Claudia!) zu machen, welches am höchsten Berg von Schottland liegt, dem Ben Nevis. Der war allerdings an dem Tag nicht zu sehen, dafür war das Wetter zu schlecht. In Fort William haben wir uns in einem netten Pub typisch schottischen Gaumenfreuden hingegeben: Fish & Chips und Haggis, Neeps & Tatties. Das war der beste Haggis, den ich bisher gegessen habe!! Neeps & Tatties sind übrigens Rüben und Kartoffeln (letztere in Breiform). Danach waren wir so vollgestopft, dass wir noch einen kleinen Spaziergang unternehmen mussten bevor wir uns in Richtung Invergarry und unserem Hostel begeben haben. Dort angekommen war es schon dunkel und außer uns und einem weiteren männlichen Gast niemand sonst im Hostel. Natürlich musste der Typ auch noch in unserem Zimmer pennen…. Der sah übrigens so aus, als hätte er schon die eine oder andere Nacht in seinen Klamotten geschlafen und seit Tagen keinen Rasierer gesehen. Leicht gruselig. Michael hat dann noch gemutmaßt, dass er ein Massenmörder sei, der in abgelegenen Hostels auf neue Beute wartet. Sehr beruhigend….!

Da ich den Ort der Übernachtung so grandios ausgesucht hatte, konnten wir uns vor lauter Abendaktivitäten kaum retten. Puzzle en masse im Hostel (wer will schon puzzlen?), doch leider keine Gesellschaftsspiele. Naja, also ab ins Nachtleben. Der „Ort“ – wenn man diese zufällige Ansammlung von Häusern so nennen möchte – hatte ein Hotel inklusive Pub und ansonsten REIN gar nichts. Also haben wir unsere Chance genutzt, uns einen netten Tisch neben dem offenen Kamin gesucht, Magners bestellt und den Abend bei anregenden Gesprächen verbracht. Gott sei Dank hat uns niemand verstanden…. Die hätten uns doch glatt für bescheuert gehalten. 18 Uhr hat sich nach einem anstrengenden Tag mit so vielen neuen Eindrücken wie 22 Uhr angefühlt, doch wir blieben standhaft. Schließlich wollten wir nicht morgens um 5 Uhr hellwach sein. Als der Typi dann schlussendlich ohne Messer oder andere Mordwerkzeuge ins Bett gegangen ist, konnte auch Michael beruhigt Schlaf finden. ;-)

Freitag war reserviert für Loch Ness. Den Ort habe ich bisher ja aufgrund seiner offensichtlichen Touri-Anziehungskraft und Ammenmärchen gemieden. Doch muss ich nun sagen, dass ich froh bin, dort gewesen zu sein. Vor allem zu dieser Jahreszeit, wo kaum ein Touri da ist und der See in seiner ganzen, beruhigenden Kraft vor einem daliegt. Erster Stopp war Fort Augustus am südlichen Ende vom Loch. Dort liegt auch eine Schleuse des Caledonian Canal, in der grade ein tolles Schiff steckte: die „Lord of the Glens“. Das ist das größte Schiff, was durch die Schleusen passt. Ausgelegt für 54 Kreuzfahrtpassagiere und 18 Mann Besatzung. Im TV habe ich vor einem halben Jahr oder so einen Bericht über den Caledonian Canal und dieses Schiff gesehen. Spaßeshalber habe ich mich dann mal nach den Preisen erkundigt. Hahaha…. Das Lachen wurde schnell verdrängt und Tränen traten in meine Augen. Für ein Kreuzfahrticket (durch den Canal und zurück entlang der Westküste) kann man sich glatt einen Kleinwagen leisten…… Donnerschlütchen!

Insofern fand ich es umso toller, dass grade zu dem Augenblick, wo wir durch Fort Augustus fahren, dieses Schiff geschleust wird.

Und weiter ging’s zu Urquhart Castle, der Burgruine am Loch Ness. Die haben dort ein sehr schönes Visitor Centre, in dem man als allererstes einen 8-minütigen Film über die 1000jährige Geschichte der Burg gezeigt bekommt. Anschließend fährt die Leinwand hoch und die Vorhänge dahinter werden zur Seite gezogen, so dass – Tataaaa – die Ruine direkt vor einem liegt. Super Effekt, geniale Aussicht! Außerdem gibt es dort noch eine kleine Ausstellung mit Artefakten, die in der Ruine gefunden wurden, einen Shop und ein Café. Doch Michael und mich zog es zur Ruine. Sie ist viel größer als gedacht und immer wieder im TV gezeigt. Da es relativ kalt war, haben unsere beiden Kameras rumgezickt und wir mussten einen Boxenstopp einlegen. Sprich Batterien aufladen, Kaffee trinken und Sausage roll & Mince pie essen. Hmmm…. Lecker! Danach haben wir uns den Rest der Ruine angesehen und waren sehr zufrieden mit der ganzen Experience. Auch das Wetter hat „mitgespielt“. Zwar hat es die meiste Zeit geregnet, doch war es glücklicherweise nur Mieselregen, so dass man trotzdem draußen sein konnte. Wir hatten ja auch extrem sexy Mützen auf! Und aus unerfindlichen Gründen hat es immer zum richtigen Zeitpunkt aufgehört: jedes Mal als wir raus zur Ruine sind und danach auch noch während der Bootstour.

Nach der Ruine sind wir weiter gen Norden entlang des Lochs gefahren. Wir hatten noch eine 1-stündige Bootstour geplant. Um 14 Uhr sollte es losgehen und – das Glück war wieder auf unserer Seite –außer uns beiden war niemand sonst für die Tour gebucht. Wir hatten also das Schiff für uns. Sogar die Sonne kam raus und der Regen stoppte. Ach ja…. J Allerdings muss ich sagen, dass es echt mal windig und auf gut deutsch arschkalt war!

Die Nacht haben wir im Hostel von Inverness verbracht, wo wir jeweils ein ganzes 6er-Zimmer für uns alleine hatten. Auch schön. Vor dem Abendessen waren wir noch ne Runde shoppen und danach haben wir uns einen Pub gesucht, der ab 21.30h Live-Musik anbot. Fast hätten wir es bis dahin nicht geschafft, da wir selbiges waren. Wir haben uns dann noch einen Kaffee gegönnt und ca. 30-45 Minuten mit Musik ausgehalten. Danach war der Ruf unserer Betten einfach nicht mehr zu überhören. Wir waren todmüde.

Am Samstag sind wir von Inverness aus nordöstlich zum Fort George gefahren. Das ist ein altes Militärfort aus der 2. Hälfte des 18. Jhd., welches allerdings bis zum heutigen Tage noch von der Army benutzt wird. Das Luftbild habe ich übrigens nicht selbst aus einem Flugzeug geschossen (bin ja leider nicht Krösus) sondern von einem Wandfoto abfotografiert. Das Wetter war trocken, doch gefühlte -5 Grad. Brrrr… Das Fort ist wirklich ein Besuch wert.

Nach dem Besuch ging es auf direktestem Wege gen Heimat. Lediglich ein kleiner Zwischenstopp am Loch-an-Eilean wurde noch gemacht. Letztes Jahr habe ich 1 Stunde damit verbracht, den richtigen Weg zu finden, dieses Mal hat es nur ca. 20 Minuten gedauert. Ist aber auch mal echt besch…eiden ausgeschildert. Beim nächsten Mal schaffe ich es direkt!!! Hoffe ich…

Der weitere Heimweg streckte sich wie Kaugummi. Außerdem fing noch ein Schneeregen an. Doch muss ich ehrlich zugeben, dass selbst schlechtes Wetter in den Highlands etwas Bezauberndes hat. Es macht alles ein wenig unwirklich und mystisch. Als wir am Tag vorher am Loch Ness waren, muss es in den Cairngorm Mountains geschneit haben. Alle Berge waren mit Puderzucker bedeckt und gaben eine wunderschöne Kulisse ab.

Endlich zu Hause angekommen hatten wir noch 2 Stunden, um zu Abend zu essen und uns für’s Weihnachtskonzert im Schloss fertig zu machen. Wir waren ein wenig spät dran…. Doch hatten wir wieder Glück, es waren noch 2 Plätze in der 1. Reihe frei. Michael saß sogar noch neben der Gräfin Lady Strathmore (Micha, ich bin Zeuge falls es dir niemand glaubt!). Das Konzert war super. Der Chor hat A Capella oder mit Klavierbegleitung gesungen, ein Oboe-Spieler hat ab und an gespielt und das Publikum musste auch manchmal aushelfen. In der Pause gab es Glühwein, Kaffe/Tee & Fingerfood. Alles in allem ein absolut gelungener Abend!

Sonntag war bereits Tag der Abreise. Micha wollte gerne Braveheart einen Besuch abstatten und so sind wir Richtung Stirling aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin liegt ein Schloss, welches seit einiger Zeit schon ganz oben auf meiner „To Do“-Liste stand: Castle Campbell. Das war also unser erstes Ziel an dem Tag und hat sich voll gelohnt. Zwar ist es eine Ruine und von Innen macht sie auch nicht viel her, doch ist die Lage grandios!! Man muss einen steilen Weg hochfahren und kann auf halben Weg bereits ein paar tolle Ausblicke genießen. Das Schloss liegt auf einem …. Felsvorsprung in einem kleinen Tal, welches sich in eine Ebene ergießt. Macht das Sinn?!?!? Naja, es ist etwas schwer zu beschreiben.

Und das Schloss hat die kleinste Besuchertoilette, die ich jemals gesehen habe. Ich wette, die ist in einem originalen Abort eingebaut.

Dann ging es weiter zum Wallace Monument, in dem das Originalschwert von William Wallace zu sehen ist. Er ist hier in Schottland Nationalheld Nummer 1. Das Schwert ist übrigens mindestens so groß wie ich. Bevor wir den Turm erklommen haben, gab es noch eine kleine Show-Einlage von einem „Kumpel von Willy Wallace“, der mit ihm in der Schlacht um die Stirling Bridge gekämpft hat. Er hat die Umstände erzählt, wie es dazu kam und einen kleinen Ausblick auf die „Zukunft“ gegeben. Jenny, du hättest ihn erzählen hören müssen! Großartige Aussprache, die typisch schottische Abscheu vor Engländern & außerdem ein super Schauspieler.

Letzter Halt an diesem Tag & für diese Reise war Stirling Castle. Das mussten wir im Schnelldurchgang machen, da wir ja auch langsam mal Richtung Edi zum Flughafen sollten. Aber wenn man schon mal in Stirling ist und ASVA-Karten hat lohnen sich auch lediglich 45 Minuten im Schloss.

Tja, und das war’s auch schon. 4 tolle Tage – so schnell vorbei. Ich glaube, ich schieße noch ein paar Fotos nach.

Liebe Grüße und ein Frohes Weihnachtsfest für euch alle!!

10/12

Schleuse in Fort AugustusUrquhart Castle am Loch NessInverness bei NachtFort GeorgeClaudia beim KonzertCastle Campbell 2Castle Campbell 1Stirling Castle

15/11

Whisky… oder soApfelkuchenMuhsGlenshee 2Glenshee 1Dunnotar

Hallo zu Hause!

Nach 2 Wochen des schnöden Nichtstuns (was Projektstudie angeht) habe ich mich heute endlich mal wieder aufgerafft. Ich dachte, ich fange mal damit an, das Geschriebene vom letzten Mal zu löschen. Zu dieser Überzeugung kam ich, nachdem ich lange darüber nachgedacht habe, warum ich kaum was zu Papier bringen konnte. Muss wohl alles Quatsch gewesen sein und sich deshalb mein Gehirn der Arbeit verweigert haben – also weg damit. Also mit dem Geschriebenen. Beim nochmaligen Durchlesen heute Mittag fand ich es aber alles gar nicht mehr so schlimm und ich hatte auch gleich ein paar weitere Ideen. So etwas nennt man wohl ein typisches Brett vor’m Kopf.

Ich bin also mit dem heutigen Tag ganz zufrieden. Nichts gelöscht, Kapitel zu Ende geschrieben und das nächste angefangen. Das lasse ich mir dann für morgen.

In einer Stunde beginnt ein wichtiges Fußballspiel, was ich unbedingt sehen möchte: Schottland gegen Italien. Falls irgendjemand vorhat, Schottland zu invaden – jetzt ist der richtige Zeitpunkt! Es wird niemandem auffallen, da alle gebannt vor der Glotze sitzen. Schottland muss gegen Italien gewinnen, um sich noch zur EM zu qualifizieren. Erzielen „wir“ ein Unentschieden liegt alle Hoffnung auf einem Sieg der Ukraine über Frankreich. Schwierig, schwierig…

Die Zeit zwischendrin nutze ich, um euch zu erzählen was hier in letzter Zeit so los war. Vorletzte Woche war ich bei der Schneiderin, die mir meine schöne WARME Tartan-Hose schneidern wird. Dann muss ich endlich nicht mehr im Rock mit kalten Beinen und Füßen rumlaufen. Immerhin haben wir immer mal wieder Tage an denen mein Thermometer morgens empfindlich wenig Grad anzeigt. Ich habe mir einen aktuellen Schnitt ausgesucht, damit ich sie auch noch anziehen kann, wenn ich nicht mehr im Schloss arbeite. Vorgestern war ich zur letzten Anprobe dort und war absolut begeistert. Die Hose sieht suuuuper aus!! Morgen hole ich sie ab und ich freue mich schon auf Montag.

Außerdem war ich dieselbe Woche noch bei einer kleinen Feier von Eileen. Sie hatte alle Guides eingeladen zur Guy Fawkes Night und Abschiedsparty. Guy Fawkes war der Typ, der Mitte des 17. Jhd. das englische Parlament in die Luft gesprengt hat. Zu diesem Anlass wird hier auch geböllert und ich habe mich den ganzen Abend nach „Frohes Neues Jahr“-Wünschen gefühlt. War aber nett, es gab nette Unterhaltungen, Glühwein, 2 verschiedene Suppen und Sandwiches.

Mit Eileen und 2 weiteren Kolleginnen hat es mich auch einen Abend ins Kino gezogen. Wir haben uns (zur Verbesserung des geschichtlichen Allgemeinwissens) „Elizabeth – the Golden Age“ angeschaut. Auch wenn er nicht bis ins kleinste Detail historisch korrekt ist (habe ich mir sagen lassen), hat er uns allen doch gut gefallen.

Am 9. habe ich abends nach der Arbeit Besuch aus Deutschland vom Flughafen abgeholt. Uschi, eine Freundin meiner Mama, hat ein paar Tage hier im Cottage verbracht. Samstag musste ich erst noch arbeiten und hatte sie deshalb morgens nach Dundee gebracht. Sonntag sind wir gemeinsam nach Aberdeen gefahren, wo wir uns bei trockenem, doch eiskaltem (Betonung liegt auf ‚eis’) Wetter vor allem das Maritime Museum und Skene House angeschaut haben. Es waren vielleicht 5 Grad, allerdings ein lausiger Wind, der einem die Gesichtszüge einfrieren ließ. Das Museum kann ich nur empfehlen, ist super aufgebaut, nicht zu überladen und sehr interessant. Liegt direkt am Hafen, der an diesem Tag echt voll war. Wir haben sicherlich insgesamt 10 Schiffe gesehen, die Hälfte davon Marine. Das Skene House gehörte dem Provost (Bürgermeister) von Aberdeen und ist ein historisches Gebäude. Innenausstattung aus dem 17. und 18. Jhd. Also ganz nach meinem Geschmack. Weitere Außenaktivitäten haben wir auf ein Minimum reduziert.

Natürlich kann man nicht nach Aberdeen fahren, ohne bei Dunnotar Castle eine kleine Pause einzulegen. Es erzielt immer wieder den gleichen Effekt: Staunen, Schwärmen und Träumen. Zumindest bei mir. Uschi fand es aber auch ganz toll.

Montag sind wir nach einer kleinen Privattour durch Glamis Castle in Richtung Highlands gefahren, nach Braemar. Kurz vor Braemar liegt das Tal Glenshee… und das hat den gleichen Effekt auf mich wie Dunnotar. Es ist einfach grandios! Wenn man dort anhält und aussteigt hört man nichts bis auf das Plätschern eines kleinen Baches. Die Landschaft ist einfach atemberaubend schön. Auf dem Rückweg habe ich doch glatt noch einen Hirsch gesehen, der vielleicht 60m Luftlinie am Hügel äste. Leider wollte meine Kamera da nicht mehr. L

In Braemar haben wir in einem alten Hotel Kaffeepause gemacht. Im Hotel konnte man noch den alten Glanz und Charme der 20er Jahre verspüren. Seitdem ist es wohl auch nicht mehr renoviert worden. Haha… Nichtsdestotrotz habe ich dort den besten Apfelkuchen meines Lebens gegessen! Ihr seht ihn auf dem Bild. Das hellbraune ist eine Schicht Karamel-Fudge. Das Ding hatte sicherlich eine Milliarde Kalorien. Wat soll’s.

Bei einem Besuch der Damentoiletten ist mir das Schild mit dem Whisky aufgefallen. Erst dachte ich „Hey, jetzt verkaufen die schon kleine Whiskyflaschen in Automaten“ und habe mich darüber amüsiert. Beim näheren Hinschauen ist mir dann aber die wahre Natur der Dinge aufgegangen. Kondome mit Whiskygeschmack! Wie cool ist das denn?!? Da hat es mich auch nicht mehr gewundert, dass alle 3 Automaten „Out of order“ waren – die waren bestimmt leer.

Da ich am Dienstag arbeiten musste, ist Uschi alleine mit dem Bus nach St. Andrews gefahren. Mittwoch ging es aufgrund Abreise nach dem Frühstück nach Edi, wo wir die „Royal“-Tour gemacht haben. So nenne ich die zumindest. Royal Yacht Britannia, Edi Castle und Holyrood Palace. Gehört alles der Queen und hätte uns zusammen pro Person 30 GBP Eintritt gekostet. Huhu…, nicht übel! Doch dank der ASVA-Karten sind wir kostenlos rein gekommen.

In 3 Wochen kommt mein nächster Besuch J.

Liebe Grüße!

P.S.: 5 Minuten vor Spielanpfiff ist mir aufgefallen, dass ich den Sender gar nicht empfange. Großartig! Also nichts mit Fußballschauen. Hat sich aber auch nicht gelohnt, wurde mir anschließend erzählt. 1:2 verloren….

5/11

Famous GrouseFamous Grouse WerbungBrennprozessKaelberFasane5-Sterne Feier

Hallo zusammen,

nur kurz ein kleiner Eintrag. Donnerstagabend war nach der Arbeit eine kleine Feier angesagt, um uns gegenseitig für den 5-Sterne-Status des Schlosses sowie den Scottish Retail Excellence Award auf die Schultern zu klopfen. Wie ihr seht, wurde das Foto gegen Ende geschossen, unsere Gläser sind bereits leer. Neben mir ist übrigens Eileen, die Dame, bei der ich Anfang der Woche zu Essen eingeladen war.

Am Samstag habe ich mich dazu verdonnert, den Tag in der Unibibo in Dundee zu verbringen, um an meiner Projektstudie zu arbeiten. Mensch, .. war das hilfreich! Keine Ablenkung, viele Bücher mit Info – und ich habe ganze 1,5 Seiten geschrieben. What a waste of time. Naja.. immerhin mehr als vorher.

Gestern war ich dann erst für eine Schlossführung im Schloss und anschließend habe ich Gary abgeholt. Er kennt fast nichts von seinem eigenen Land und ich dachte, wir könnten ja mal zusammen was anschauen. Wir sind Richtung Perth gefahren, noch etwas weiter gen Westen nach Crieff, wo die Famous Grouse Experience liegt. Ja, genau – noch eine Whisky-Brennerei!! Die 4. für mich. Ich muss auch zugeben, dass ich dieses Mal während der Tour nichts dazu gelernt habe. Famous Grouse ist auch ziemlich gut in Sachen Werbung. Im Shop musste ich deshalb auch ein paar großartige Postkarten kaufen, die ich für euch gescannt habe.

Ach ja, und ich habe noch Bilder vom Wildlife hier am Schloss. Hier kann man sehen, was aus den kleinen Highland-Kaelbern geworden ist. Und ausserdem die Millionen von Fasanen, die hier ueberall rumlaufen.

31/10

Hallo,

es wird mal wieder Zeit, dass ich schreibe. Ansonsten vergesse ich, was passiert ist.

Seit dem letzten Eintrag war ich 2x im Kino und habe mir „Rendition“ (mit Jake Gyllenhall, Meryl Streep, Reese Witherspoon) und „Stardust“ (mit Michelle Pfeiffer, Robert de Niro, Sienna Miller, Claire Danes) angeschaut. Beide Filme sind wirklich gut, ich kann sie empfehlen.

An meinen freien Tagen habe ich eigentlich nicht viel gemacht. Letztes Wochenende hatte ich Besuch von Krishnendu, der direkt aus dem Urlaub aus Indien kam. Ich dachte, er würde das Wochenende über bleiben, doch hatte er anscheinend andere Pläne. Oder ich habe nicht so reagiert, wie er gerne gehabt hätte …?!?! Man weiß es nicht. Samstag morgen habe ich ihm ne Tour durch’s Schloss gegeben (sein 1. Schloss, er wohnt schon seit 3 Jahren oder länger in Schottland) und anschließend sind wir nach Dundee gefahren. Dort haben wir zu Mittag gegessen und dann ist er auch schon Richtung Bus Station und nach Hause. Ts, ts, ts… Ich habe den Rest des Tages „frei“ genommen und gelesen. Am Sonntag musste ich dann mal was für meine Projektstudie machen.

Gestern abend war ich nach der Arbeit bei der Schneiderin angemeldet. Endlich bekomme ich meine Tartan Hose!! Es ist doch inzwischen recht kalt in Rock und Strumpfhose… Meine Arbeitskollegin Eileen ist mit mir gefahren und hatte mich anschließend bei ihr zum Abendessen eingeladen. Hmmm… das hörte sich doch gut an und war tatsächlich extrem lecker. Es gab eine Art Gulasch mit Wildbret, Kartoffelbrei und eine Beilage aus Hafergrütze (das war lecker!!). Anschließend gab es frisch gebackene Croissants mit Butter und als Dessert einen Himbeer-Käsekuchen mit Vanilleeis. Hui… war ich voll – und glücklich. Nach dem Essen haben wir noch im Wohnzimmer gesessen und bis halb elf gequatscht. Es war wirklich ein schöner, gemütlicher Abend. Eileen wohnt mit ihrem Mann in Forfar, beide sind pensionierte Lehrer und fahren Ende November für 2 Monate zu ihrem Sohn nach Australien.

Und was gibt es bei euch Neues?

16/10

Moin Moin,

will doch noch eben schnell vor der Arbeit erzaehlen, dass ich am Freitag abend mit Gary und Graeme in Edinburgh war. Graeme hat seine Freundin besucht und uns beide mitgenommen, damit wir mal Lauren Hallo sagen koennen. Die studiert inzwischen dort und hat grade die ersten 3 Wochen hinter sich. Mit viel shoppen und Alkohol ;-) Wir haben uns auf eine Kleinigkeit zu Essen im Omni Centre getroffen (einige von euch werden es kennen) und wollten anschliessend eigentlich ins Kino. Doch auf nen Freitag abend gibt es dort keine Filme die so gegen 21 Uhr beginnen. Dolle Sache! Und alles andere waere wahrscheinlich zu spaet geworden fuer Graeme. Der wollte so gegen Mitternacht nach Hause. Also hatte ich Calton Hill vorgeschlagen, um eine schoene Stadtansicht bei Nacht zu erhaschen. Bloede Idee eigentlich, denn 1. war ich mit hohen Absaetzen unterwegs und 2. lungern dort nachts Penner rum. Das haben wir auch schnell mitbekommen und sind flugs wieder umgedreht. Was nun? Einfach mal Richtung Royal Mile und ‘Frankenstein’s’. Auf der Royal Mile sind wir dann bei einer dieser Geistertouren kleben geblieben, die an der alten Kirche neben Starbucks starten. Wir wollten bzw. Gary wollte unbedingt mitmachen – die Tour hiess “Terror Tour” und dauert 1,5 Std. – Lauren und ich haben uns schon vorher in die Hose gemacht. Wenn ich mich da noch so recht an die letzte Gruseltour erinnere mit Jenny und Hansi in den Vaults…… Iiih war das gruselig!! Naja, wir wollten Gary auch mal was goennen und sind also mit. Und ich mit meinen Stoeckelschuhen ueber Kopfsteinpflaster und im Untergrund.. kann ich niemandem empfehlen. Die Tour an sich war nicht wirklich gruselig, der Tourguide ganz witzig und mitten drin hat mein Handy geklingelt. Peinlich, peinlich! Graeme wollte wissen wo wir sind, um uns abzuholen. Nach einem kurzen, fast absehbaren Schockerlebnis in den Vaults war die Tour dann auch zu Ende, wir um 9 Pfund (teuer!!!!!!) aermer und unsere Minuten in Edi gezaehlt. Tour kann ich zumindest von dieser Firma nicht empfehlen: zu teuer fuer zu wenig grusel.

Und nun noch zu 2 freudigen Ereignissen am heutigen Tage: herzlichen Glueckwunsch an Julia und Doro. Mensch, so jung wie ihr moechte ich auch noch einmal sein! Alles Liebe

7/10 Besuch aus Deutschland: Pia und Julia

Dunnotar CastleWhisky TourCastle FraserBruecke in der SpeysideBlair Atholl CastleB&B in BanffIn Stirling Castle

7/10

Es ist vollbracht! 5 Tage Besuch aus Deutschland, super Wetter, knapp über 1000 km durch’s Land gedüst, viele Eindrücke gesammelt und neue Sehenswürdigkeiten erlebt. Amazing…

Und falls ihr keinen Bock habt, alles durchzulesen, bitte nach unten scrollen. Der Abschnitt nach dem 5. Tag beschäftigt sich mit einem meiner Meinung nach sehr amüsanten Thema.

1. Tag – Edinburgh

Am 2. Oktober kamen meine Freundin Pia – meine ehemalige Arbeitskollegin aus Freiburg – und ihre Freundin Julia mittags in Edinburgh an. Keine Frage, dass ich die beiden vom Flughafen abgeholt habe, um dann den Rest des Tages in der Hauptstadt zu verbringen. Wir mussten eh warten, da die Lufthansa das Gepäck von insgesamt 40 Reisenden verschlampt hatte…. Es kam dann mit dem Flieger abends um halb sechs mit.

Schottland hat sich, wie schon so oft in vergangener Zeit, von seiner besten Seite gezeigt. Am Dienstag gab es zur Begrüßung strahlenden Sonnenschein und „Hitze“. Ich war darauf gar nicht gefasst, deshalb zu dick angezogen und habe in Edi so langsam vor mich hin transpiriert. Wir drei sind erst einmal auf den Calton Hill gestiegen, um uns einen Überblick zu verschaffen. Anschließend entlang der Princess Street bis zum Costa’s Café, wo eine koffeinhaltige Stärkung inklusive Schlossblick uns für den restlichen Tag vorbereitete. Schließlich hatten wir noch so einiges vor: Edinburgh Castle! Den Tag davor hatte ich uns 3 ASVA-Karten für die kommenden Tage gesichert, so dass wir insgesamt 90 EUR pro Kopf an Eintrittsgeldern sparen konnten. So auch für Edinburgh Castle, somit brauchten wir auch kein schlechtes Gewissen haben, dort lediglich die wichtigsten Dinge im Schnelldurchgang zu sehen: Royal Appartements, Kronjuwelen, Kapelle, Prisoners Of War Ausstellung und Große Halle. Reicht ja auch…. Anschließend sind wir die Royal Mile bis zum Holyrood Palace entlang geschlendert (mit kurzem Stopp im Fudge Shop) und wieder zurück. Und zack war es auch schon Zeit für den Nachhauseweg inklusive Gepäckaufnahme.

2. Tag – Whisky

Nichts hier mit Urlaub und Ausschlafen!! Um 7 Uhr hat der Wecker geklingelt da wir einen langen Weg vor uns hatten. Ich hatte eine Nacht im Norden an der Küste gebucht, in dem kleinen Örtchen Banff. Allerdings war eher der Weg das Ziel. Pia wird demnächst Whisky verkaufen, deshalb wollten wir uns ein wenig schlauer machen und sind in DIE Whisky-Region gefahren: Speyside. Erster Halt war eine bekannte Destillerie namens Glenfiddich. Der Name heißt übrigens übersetzt „Tal des Hirsches“, womit sich somit also auch das Logo erklärt. Die Führung durch die Anlage war umsonst und wir haben uns dort das Basiswissen angeeignet. Und den ersten Whisky runtergespült. War ja schließlich schon früher Nachmittag. Ich dachte, ich als Fahrer begnüge mich mal mit einem Whisky-Likör, doch %-technisch steht dieser dem Single Malt in nichts nach – auch 40%. Naja… war ja nur ein Pfützchen.

Zweiter Stopp war die Speyside Böttcherei, wo alte Whisky-Fässer repariert und zusammengebaut werden. Das Fass ist genauso wichtig für den Whisky, wie der eigentliche Destillationsprozess. Wer genaueres wissen will, kann mich gerne mal anschreiben oder anrufen – ich habe inzwischen den absoluten Durchblick ;-) Seminar ist kostenlos.

Die Jungs dort durchlaufen eine 4-jährige Ausbildung und werden pro Fass bezahlt. Je schneller die arbeiten, desto mehr verdienen sie also. Die richtig guten Leute verdienen sogar bis zu 1500 EUR pro Woche. Am Ende der Tour gab es natürlich auch wieder eine flüssige Kostprobe.

Letzte Station vor Banff war eine weitere Destillerie namens Strathisla. Kennt man so vom Namen nicht, doch die produzieren für Chivas Regal (aha!), gehört zur Pernot Gruppe (+ 2 weitere Destillen dort oben). 96% ihrer Produktion wird an Chivas gegeben, einem Blended Whisky (mehr darüber auf Anfrage). Da wir schon relativ spät am Nachmittag dort einliefen bekamen wir eine private Tour. Außer uns 3 war niemand mehr da. Interessanterweise hat die Dame uns noch mehr erklären und wir noch mehr fragen können. Weitere Wissenslücken, von denen wir nicht wussten, dass sie bestehen, wurden also gefüllt. Am Ende gab es in einem wunderschön gemütlichen Raum eine Kostprobe: Strathisla Single Malt 10 Jahre, Strathisla Single Malt 15 Jahre (oder nur 12?) und Chivas Regal Blended Whisky 10 Jahre. Langsam lernten wir also, das Zeug richtig zu trinken und dadurch auch Unterschiede zu schmecken.

Keine Bange übrigens, wir hatten uns was zu Essen für zwischendurch mitgenommen, damit wir für jede Probe auch die passende Basis hatten und ich nicht anfing, auf der rechten Spur zu fahren.

In Banff angekommen, war es auch schon kurz vor 18 Uhr. Unser B&B war ein Glücksgriff was das Aussehen und Frühstück anging. Unser 3-Bett-Zimmer war geräumig und total hübsch und das Frühstück am Morgen reichlich, lecker und mit seltsam-witzigen Showeinlagen der anderen Gäste. Ein kanadischer Rentner ist fast die Treppe heruntergefallen und ein Arbeiter kam in seiner am Arsch arg zerschlissenen Hose durch den Flur geschlurft. Der sah ein wenig aus wie ein traumatisierter Neandertaler. Über das Abendessen im Pub/Restaurant brauche ich keine Worte verlieren. Nur soviel: das hätte sogar ich viel besser hingekriegt. Von den ganzen Eindrücken und dem neu erworbenen Wissen so erschlagen, haben wir schon vor 22 Uhr gepennt.

3. Tag – Schlösser

Früh morgens ging es weiter auf unserer Tour, wieder in Richtung Heimat. In Banff gibt es ein großes Herrenhaus namens Duff House, welches wir uns lediglich von außen anschauen konnten. Hat nämlich erst mitten am Tag um 11 Uhr auf gemacht. Diese Planänderung hat uns dann zu Delgatie Castle in der Nähe von Turriff gebracht. Da nicht ASVA-Mitglied, mussten wir hier unseren einzigen Eintritt zahlen (7,50 EUR). Es war ganz nett, liegt aber total ab vom Schuss und muss sicherlich bald wieder renoviert werden.

Auf das nächste Schloss war ich total heiß, das wollte ich unbedingt sehen. Schon der Name „Castle Fraser“ ist irgendwie Respekt einflössend (ok, geht wahrscheinlich nur mir so) und es hat auch in keinster Weise enttäuscht. Es sieht ein wenig aus wie Glamis, doch gibt es innen viel mehr Räume zu sehen und man konnte sogar auf’s Dach gehen, um von dort den Ausblick auf die Ländereien zu genießen. Der ummauerte Garten ist super in Schuss und bietet einem einen grandiosen Ausblick auf das Schloss. Daumen hoch, absolut ein Besuch wert!

Letzte Station an diesem Tag war ein „alter Bekannter“ für mich. Dunnotar Castle an der Ostküste südlich von Aberdeen. Die Ruine hatte ich letztes Jahr schon besucht, doch das tut der Sache überhaupt keinen Abbruch. Die Lage ist einfach so atemberaubend, dass man davon gar nicht genug bekommen kann. Wir sind nicht hineingegangen, sondern haben nur die Aussicht in uns aufgesogen. Und ich habe – muss ich sagen – ein richtig gutes Bild geschossen!! Sogar der Himmel ist gut durchgekommen, da muss ich mich mal selber loben.

Schlussendlich haben wir den Tag bei einer Flasche Brombeerwein (www.cairnomohr.co.uk) und Schottlandreportagen gemütlich im Wohnzimmer ausklingen lassen.

4. Tag – Highlands

Jetzt waren die Mädels schon 3 Tage in Schottland, doch Glamis hatten sie noch nicht gesehen. Das musste also geändert werden und ich habe mich morgens in meine Uniform geschmissen, um den beiden eine Privatführung vor Öffnung der Pforten zu geben. Meistens kann man ja alleine durch die Schlösser laufen und auf Karten die entsprechenden Infos zu den jeweiligen Räumen lesen. An sich ganz toll, weil man sich soviel Zeit nehmen kann wie man will. Doch andererseits auch sehr unpersönlich, museal und (für mich persönlich) wenig informativ. Wer will sich schon durch ein Schloss „lesen“?! Die 2 pflichteten mir bei, dass eine Führung viel schöner ist, weil man auch Anekdoten erzählt bekommt, die die Geschichte und das Gebäude lebendiger und greifbarer machen. Und man kann bei totaler Konfusion (z.B. in Sachen Königsnamen und Thronfolge) auch mal den Guide fragen.

Anschließend ging es in die Highlands nach Pitlochry, einem kleinen Ort, dem ich letztes Jahr schon einen Besuch abgestattet hatte. Dort gibt es die kleinste Destillerie Schottlands namens Edradour (ausgesprochen etwa Äddradaua). Wir sind mitten in eine Horde Österreicher geraten und wollten uns denen nicht zwangsweise anschließen. Also haben wir einen Guide gefragt und er hat gesagt, dass er uns eine Englische Tour gibt, zusammen mit zwei Rumänen. Super! So hatten wir auch mehr Zeit und Möglichkeiten, fragen zu stellen. Man glaubt kaum, dass man bei der 3. Destillerie noch soviel dazu lernen kann – ich weiß jetzt auch bescheid über Fettsäuren im Whisky. Auch habe ich bisher noch keine gesehen, die so eine Vielfalt an Whiskys herstellt. Echt der Wahnsinn…. Ich glaube, unser Guide hat sich auch gefreut, dass wir schon ein gutes Basiswissen hatten, Interesse gezeigt und clevere Fragen gestellt haben. Da hat er dann mal richtig loslegen können! Insofern, liebe Leute, schaut euch nicht nur eine Destille an. Geht lieber nach dem Motto „Viel hilft viel“. Es gab natürlich auch wieder was zu probieren.

Im Ort selbst haben wir einen kleinen Bummel über den Fluss und zur Fischleiter gemacht, die zählt, wie viele Lachse in der Saison dort entlang schwimmen (über 4.500). Leider haben wir keinen mehr gesehen. Habe ich schon erwähnt, dass es strahlend blauer Himmel und Sonnenschein gab? Und warm war es auch. Mench, war das schön!!

Letzter Stopp vor der Rückfahrt war Blair Atholl Castle, ein Stück außerhalb von Pitlochry. Es ist so eine Art Partnerschloss von Glamis und als der Ticketverkäufer gesehen hat, dass ich in Glamis arbeite, meinte er mit einem dicken Grinsen im Gesicht „Naaaaa, willste dir heute mal ein richtiges Schloss anschauen?!“ Haha…. Witzle grisse. Ich will nicht sagen, dass er Recht hatte, doch kann man dort viiiieeeel mehr sehen als bei uns. Es sind insgesamt 30 (!!) Räume zu sehen, voll möbliert. Es ist wirklich wunderschön und eines der schönsten Schlösser, die ich bisher besichtigt habe. Zumindest, was das Innenleben angeht. Von außen ist es auch schön, vor allem, weil es in einer tollen Parkanlage und vor wild-romantischer Kulisse steht. Blair ist übrigens ein altes schottisches Wort und bedeutet „Ebene umgeben von Bergen“. Es soll ja einige seltsame Leute (Amerikaner) geben, die glauben, dass dieses Schloss Tony Blair gehört. Oh Mann… (*Kopfschüttel*). Wahrscheinlich hat er es noch selbst gebaut.

Vor allem mit dem Hintergrund, dass ich grade die Inventurliste von Glamis mache und somit viel über Porzellan, Maler und Gemalte mitbekommen habe, ist es für mich besonders interessant, das Interior dieser Schlösser zu sehen. Man kann viele Parallelen ziehen.

Bevor wir los fuhren, wollte ich dem Typen am Ticket Office noch sagen, dass er ja mal nach Glamis kommen könne, um eine richtige Führung zu sehen (in Blair gibt es nämlich keine), doch leider war niemand mehr da. Schade – Retourkutsche abgefahren.

Am Abend bin ich mit Julia dann noch auf ein Bierchen in den Pub gefahren. Pia war leider etwas kränklich und hat sich zu Hause ausgeruht. Wieder daheim haben wir dann alle zusammen mit Graeme angestoßen und bis kurz nach Mitternacht gequatscht. War ein sehr witziger Abend. Jaja… Graeme der kleine Schwerenöter! Hat ein Auge auf Julia geworfen, ansonsten hätte er sich nicht so lange dem Schlafentzug hingegeben. Wenn ich alleine zu Hause bin, geht er immer gleich ins Bett. J Männer sind manchmal so einfach zu durchschauen. Hihi

5. Tag – Stirling

An diesem Tag war vergleichsweise wenig Programm angesagt. Erst einmal haben wir länger geschlafen und dann wollten wir auch nur Stirling Castle anschauen. Und da fährt man von mir aus schon 1,5 bis 2 Stunden hin. Sieht auf der Karte gar nicht so weit aus…

Auch dieses Schloss habe ich letztes Jahr schon besucht, doch dieses Mal gab es eine Neuerung: eine einstündige Tour durch die Hälfte des riesigen Komplexes. Und der Guide war oberklasse! Voller Wissen, Enthusiasmus, Witz und schauspielerischem Talent. Den Rest des Tages sind wir durch die andere Hälfte der Burg geschlendert, haben dort zu Mittag gegessen, Ausstellungen besucht und das angeblich „typische“ schottische Wetter genossen. Es war neblig. Aber immerhin trocken und mild! In der unmittelbaren Nähe gibt es noch ein altes Stadthaus (Argyll’s Lodging), welches ich mir mit Julia angeschaut habe. Pia war leider immer noch nicht so richtig auf dem Damm und musste ein wenig Kraft tanken in Form von „Power Napping“. Auf dem Weg zum Stadthaus ist uns eine zündende Geschäftsidee gekommen. Doch dazu gleich mehr. Zu Hause angekommen, haben wir zum Abschluss der schönen Zeit bei uns im Dorf zu Abend gegessen. Wirklich empfehlenswert – sehr leckeres Essen, nette Atmosphäre und moderate Preise. Da es eine sehr kurze Nacht werden würde, waren dann auch schon alle Lampen im „Cottage Rempe“ vor 22 Uhr gelöscht. Heute morgen war die Nacht um halb 4 zu Ende, da die beiden den ersten Flieger zurück nach Deutschland nehmen wollten. Hat auch alles gut geklappt und nun sitze ich hier wieder allein in meinem Wohnzimmer, schwelge in Erinnerungen und schreibe mir einen Wolf. Wie würde mein Onkel sagen?! „Kerr, war dat schön!“

Doch nun zu einem Thema, welches einige Male während der letzten Tage bei uns im Auto aufgekommen ist und zu Kopfschütteln, Augenrollen und vor allem Gelächter geführt hat: Amerikaner!

Bevor ich anfange – es gibt sicherlich Ausnahmen von der Regel!! Bestimmt…. Ganz sicher… Irgendwo…. Aber anscheinend nicht hier in Schottland.

Der ‚gemeine Amerikaner’ tritt häufig im Rudel auf und man kann ihn schon von weitem entweder an der Klamotte, dem Körperumfang, seinem auffälligem Benehmen und Akzent oder allem zusammen erkennen. Insofern scheint er sich tatsächlich nur wenig von der Gattung ‚Germane’ zu unterscheiden. Extrem auffällig wird er dann, wenn es um europäisches Geschichtswissen geht. Man kann es ihm eigentlich nicht verübeln, schließlich haben wir sicherlich genauso wenig Ahnung von amerikanischer Geschichte. Falls das geht… ?? Der ‚gemeine Amerikaner’ schmeißt Namen, Titel, Verwandtschaftsverhältnisse und Jahrhunderte durcheinander wie andere Leute bunte Bälle im Ikea-Kinderparadies. Ich verneine nicht, dass vor allem die britische Geschichte seeeeeehr verwirrend ist, doch muss ich dann mein vermeintliches Halbwissen (welches sich dann schnell als „Keinwissen“ herausstellt) durch sinnlose Fragen bloßstellen? Nein, oder?! Vor allem nicht, wenn die Antwort der Frage noch 100 weitere Fragen im Hirn der Spezies aufwirft. Es gibt sicherlich auch eine grazilere Lösung zu dieser Situation. Viele Amerikaner kommen ja nach Schottland, um ihre Wurzeln zu erkunden. Durchaus löblich. Der Flug ist ja auch relativ lang. Könnte man sich da nicht schon vorher „schlau“ machen und Bücher zum Thema lesen oder Wikipedia bemühen (mache ich auch oft)? So dass man wenigstens einen geringen Schimmer von der Materie hat? Vielleicht übersehe ich da etwas Grundlegendes, doch ich denke, es ist durchaus machbar. Eine andere und viel einfachere Lösung ist gemäß einem deutschen Comedian „einfach mal die Fresse halten“. Oder zuhören (das fällt ja manchen schon schwer), aufmerksam lesen, nachdenken (siehe erste Klammer), untereinander LEISE diskutieren und falls alles nichts hilft den Guide fragen. Ich glaube, so könnte man viele peinliche Momente umschiffen.

Hier nun ein Beispiel, direkt aus dem Leben gegriffen. Ist mir passiert, wem auch sonst. Vorbereitende Informationen: Prinzessin Margaret ist die Schwester der Königin, 1930 bei uns im Schloss geboren, 2002 gestorben. Prinzessin Anne ist die Tochter der Königin. Also, ich stehe mit meiner Gruppe im großen Salon, habe grade meine Infos erzählt und lasse die Leute in Ruhe schauen. Auftritt Amerikanerin.

Sie: „Wo ist Prinzessin Margaret?“

Ich denke schnell 2 Sekunden nach: „Hm… Was bezweckt sie mit dieser Frage? Will sie wissen, wo sie begraben liegt? Will sie wissen, wo ein Foto von ihr im Schloss zu finden ist?“

Ich: „Was meinen Sie mit „wo ist Prinzessin Margaret?“?“

Sie: „Wo wohnt sie?“

Ich: „Prinzessin Margaret ist tot!“

Sie: „Ooooh! Wann ist sie gestorben?“

Ich: „2002, im Februar.“

Sie nach einigem Zögern: „Wo lebt Prinzess Anne?“

Ich denke „Hui, abrupter Themenwechsel“ und „Keine Ahnung und ist mir auch echt humpe“ und sage: „Das weiß ich nicht genau, doch ich nehme mal an als Teil der königlichen Familie in der Nähe von London.“ Damit war ihr Wissensdurst gelöscht.

Ein weiteres nettes Beispiel, und durchaus oft gehört, ist die Frage nach dem Lift. Schließlich haben große Schlösser auch meist große Treppen. Und die sind ja sehr mühsam zu erklimmen, vor allem mit zunehmender Körperfülle. An sich ist das ja ein guter Witz, doch manchmal habe ich eher das Gefühl gehabt, dass die Frage gar kein Witz werden sollte. Ich habe dann immer geantwortet, dass der Lift aus dem 15. Jahrhundert abmontiert werden musste, da er nicht mehr sicher war. Haha…. Witzle grisse.

In diesem Sinne – und in Erinnerung an „Tony Blair’s Schloß“ – schließt sich auch unsere zündende Geschäftsidee nahtlos an. Wir werden ein „Drive Thru-Schloß“ eröffnen. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob wir ein bestehendes nehmen und entsprechend modifizieren oder ob wir ein Zweckgebäude errichten sollen. Essen während der Tour ist durchaus erwünscht, am Anfang gibt es einen Fast-Food Drive Thru. Gesunde Sachen wie Obst und Gemüse in Reinform sind nicht erlaubt. Und am Ende der Tour kann man sich – falls gewünscht – in der Drive Thru Kapelle des Schlosses trauen lassen. Bevorzugterweise und nach alter amerikanischer Tradition im Vollrausch. Da ja nicht alle mit Mietautos unterwegs sind, wird diese Tour in Whiskyfässern durchgeführt. Wir haben gesehen, dass die Destillerien auf 3 Größen zurückgreifen: 180, 250 und 500 Liter. Um nicht diskriminierend zu sein, werden wir die 500l-Fässer nehmen. Da sollten alle reinpassen. Notfalls kann man ja eines alleine nehmen. So!!! Guter Plan, oder?! J

Was sind wir wieder gehässig…..!

1/10

Hallo ihr Lieben,

dieses Mal schreibe ich direkt online, von der Bibliothek aus. Ich habe nicht allzu viel zu erzaehlen, ausser, dass ich am Freitag abend in Aberdeen auf einem Konzert von “the Fratellis” war (www.thefratellis.com). Im Grunde genommen nicht unbedingt meine favorisierte Musikrichtung, doch war es ueberraschenderweise extrem gut. Ich bin mit Gary ca. 1,5 Stunden gen Norden gefahren und wir haben vor Ort noch eine weitere Arbeitskollegin von uns (die uns die Tickets angeboten hatte) getroffen. In der Halle waren einige Fress- und Getraenkestaende aufgebaut und ich haette liebend gerne so richtig zugelangt! Also essenstechnisch… bin ja schliesslich gefahren und ausserdem kennt ihr mich ja. Doch an dem Tag hat mein Magen nicht so richtig mitgespielt und ich habe sehr abstinent gelebt, um ueberhaupt was von dem Konzert mitzubekommen. Aber ich war sooooo hungrig…. und die leckeren Gerueche… ganz schoen gemein.

Naja, an die Vorgruppe kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, da wir die Zeit lieber quatschend verbracht haben. War aber auch sehr rockig. Zumindest fuer meine Begriffe, anwesende Personen haben mich allerdings darauf hingewiesen, dass es eher “Indie” ist. Aha… alles klar… Indie. ??!?! Bin also voll auf dem Laufenden. Als dann endlich die Fratellis gespielt haben, war schon gute Stimmung (eine blutende Nase lief auch irgendwo durch die Gegend) und alle haben mitgerockt. Koennt ihr euch an “Tier” aus der Muppet Show erinnern?! So ungefahr sah der Drummer aus bzw. hat sich benommen. Total cool, ich habe ihn fast die ganze Zeit beobachtet. Nach noch nicht einmal 1,5 Stunden war dann der Spuk vorbei, alle waren gluecklich und wir sind nach Hause gefahren. Insgesamt ein gelungener Abend und eine neue Erfahrung fuer mich. Ich war vorher noch nie auf einem Konzert einer Gruppe, die ich eigentlich nicht kannte. Positiv ueberrascht.

Und was habt ihr so dieses Wochenende getrieben?!?! Macht euch schon mal auf meinen naechsten Bericht naechste Woche bereit. Der wird wohl etwas laenger werden, da ich ab morgen fuer 5 Tage Besuch und frei habe. Wir werden ein wenig Schottland unsicher machen. Alle Liebe bis dahin!

25/9

Hallo,

es ist zwar nicht wirklich viel Spannendes passiert hier, doch ich schreibe trotzdem mal. Die letzten Tage hat der andere Teil der Rempes mehr erlebt. Meine Eltern waren bzw. sind noch immer in China: Rundreise von Peking nach Shanghai mit Großer Mauer und so. Doch hatten sie sogar teilweise schlechteres Wetter als ich. Man nennt es auch Taifun…

Nun aber zu mir (ich alter Egomane). Letzte Woche Donnerstag war ich netterweise bei einer Arbeitskollegin zum Abendessen eingeladen. Sie heißt Jennifer und ist eine ehemalige Deutsch- und Französischlehrerin. Das Ehepaar wohnt in einem süßen kleinen Haus, von außen eher unscheinbar, doch drinnen so, wie man sich ein typisch englisches Häuschen vorstellt: voll gestopft mit Bildern, Porzellan und Möbel in bunt durcheinander gewürfelten Stilen. Und so was von gemüüüüüüütlich – total toll! Wir haben erst im Wintergarten gesessen und ein Schlückchen zu uns genommen. Zum Essen ging es dann ins winzige Esszimmer und es gab Vorspeise (Lachs mit Salat), Hauptgericht (Hühnerbrust mit Kartoffeln, Gemüse und Soße), Nachspeise (schottischer Trifle; ähnelt Tiramisu, ist aber noch Obst dazwischen) und zum Abschluss eine Käseplatte. Puh…. damit hatte ich nicht gerechnet. Allerdings erzählte mir ihr Mann, dass es abends bei Ihnen immer mindestens Hauptgericht, Nachspeise und Käse gibt. Und oftmals noch Vorspeise. Nicht schlecht…. Kann ich öfter mal abends vorbei kommen?!? ;-) Anschließend haben wir uns dann ins Wohnzimmer verlagert, wo noch Kaffee und Bonbons gewartet haben. Insgesamt war es nicht nur des guten Essens wegen ein toller Abend, sondern auch, weil das Ehepaar sehr nett ist. Die beiden sind Mitte 60 und hatten viele lustige Dinge zu erzählen. Sie fahren übrigens schon seit über 30 Jahren alle 2-3 Jahre nach Deutschland in Urlaub. Fast immer nach Mittenwald in Bayern.

Freitag abend musste ich dann wieder selbst kochen. Gary kam noch zum DVD schauen vorbei („Jarhead“, seltsamer Kriegsfilm über den Golfkrieg) und wir haben bis nach Mitternacht gequatscht. Wir wollen jetzt 1x pro Woche zusammen DVD schauen, damit wir uns nicht zu Tode langweilen. Er unternimmt auch nach der Arbeit nicht groß was.

Samstag und Sonntag hatte ich frei und habe auch tatsächlich beide Tage (außer Sonntag abend) nicht gearbeitet. Aber dazu mehr unter „Praktikum“.

Samstag bin ich nach Dundee, weil ich dort das Learning Centre in einer Mall zum Skypen benutzen wollte. Es waren Dates mit Antoine (Südfrankreich) und Jenny (Irland) abgemacht. Dort angekommen ist mir aufgefallen, dass sie seit letztem Mal neue PCs etc. bekommen haben und – juhuuu – kein Skype mehr installiert war. Großartig! Glücklicherweise ließ mich der „Aufseher“ dort (und die Firewall) Skype runterladen. Doch dummerweise konnte ich dem PC keinen Ton entlocken… Übrigens Julia: du warst als Einzige mehr oder weniger online, deshalb habe ich dich immer als Testperson angerufen. Naja… und der Typi war auch nicht gerade hilfreich. Er meinte nur „ich bin auch kein Techniker“. Soviel also zum Skypen, mein Besuch in Dundee war also eher umsonst. Ich war leicht angepisst….

Um jedoch den Tag nicht ganz zu verschwenden, habe ich mich noch zu Fuß aufgemacht, „Verdant Works“ zu besuchen. Das ist eine alte Jutefabrik, die nun in einer sehr guten Ausstellung zeigt, wie damals im 19.Jhd. das Leben in der Stadt so war (mehr als 50.000 Dundonians haben in der Juteindustrie gearbeitet, davon ca. 2/3 Frauen!) und wie Jute verarbeitet wurde. Es wurde eine „Hinter den Kulissen“-Führung angeboten und ich habe gedacht „juhuu…. jemand zeigt uns dann, wie die Maschinen funktioniert haben, vielleicht dürfen wir sogar selbst mal probieren etc.“. Stop! Falsch gedacht… und da kam mir zum ersten Mal der Gedanke, dass es nicht mein Tag sei. Ich landete nämlich hinter den Kulissen des Museums und der Kurator (!?!) hat uns etwas über Konservierung, Archivierung, Artefaktauswahl etc. erzählt. Gähn…. ich dachte, ich müsste im Stehen einschlafen. Einzig und allein mein knurrender Magen hat mich davon abgehalten. War das laaaaangweiliiiiiiig! Komischerweise hatte ich danach nicht mehr so richtig die Motivation, mir auch noch den Rest der Ausstellung anzuschauen. Doch sicherlich werde ich die Fabrik noch einmal mit meinem Besuch anschauen.

Aus Frust habe ich mir dann in der Bibliothek hier vor Ort 3 DVDs ausgeliehen und eine Tiefkühlpizza gekauft. Damit war zumindest der Abend gerettet J Den Sonntag habe ich bis kurz vor Mittag faul im Bett verbracht und anschließend ganz brav das Cottage geputzt. Musste auch mal sein… und mit lauter Musik geht es auch viel besser.

Und was habt ihr so die letzten Tage gemacht?!

@ Steffi: Konntest du dich inzwischen für ein Land entscheiden?

@ Carina S.: Bist du dem Firmenwagen schon etwas näher gekommen? Wohnst du noch in deinem Haus?

@ Miri: Uni ist am 24. angefangen, hast du das mitbekommen ;-) Wann hast du denn die Tage abends Zeit? Dann rufe ich dich mal an. Schick mir ne kurze Email, ok?!

@ Jana: Hi, steckst du schon in den Startlöchern für dein Praktikum? Bist du noch in BRD?

@ Resi: Und wo steckst du? Hast du ein Praktikum bekommen?

@ Claudia & Carina: Lebt ihr noch? Ich hoffe, es geht euch gut.

@ Carsten: Wie bekommt dir der Urlaub? Ist deine Wohnung eigentlich inzwischen voll eingerichtet?

@ Julia: Wie wäre es denn, wenn du kurz vor Weihnachten vorbei schauen würdest? Falls du Zeit, Geld und Lust hättest. Du weißt ja, dass du herzlich Willkommen bist. Und Carsten natürlich auch. Oder im Januar. Ne knappe Stunde von mir entfernt gibt es auch ein Skigebiet.

12/9

Balmerino Dorf Falkland Tennisplatz Es war schoen warm

Noch mehr Palast Falkland Palace FrontPalast

Hallo ihr Lieben,

vorgestern (Montag, 10.9.) hatte ich frei und wie schon angekündigt, wollte ich gen Süden zum Falkland Palace fahren. Der ist ungefähr eine Stunde gemütliche Autofahrt entfernt.

Ich wusste nicht so genau, was mich erwartet, da ich mich – ausnahmsweise – vorher nicht informiert hatte. Als ich dann vor dem Gebäude stand, inmitten des Ortes Falkland, war ich etwas enttäuscht. Er war relativ klein und teilweise in Ruinen.

Doch mein erster Eindruck sollte korrigiert werden. Sobald ich durch das Tor getreten war, kam ich mir vor wie in einer anderen Welt! Um nicht zu sagen, im schottischen Paradies. Auf der anderen Seite waren riesige und wunderschöne Gartenanlagen angelegt. Da grade die Sonne schien, bin ich als erstes durch den Garten geschlendert und habe mich halb tot fotografiert. Es gab einfach soooooo viele schöne Dinge dort. Vor allem der Palast selbst vor dem Hintergrund des Lomond Hills war einfach grandios anzusehen.

Kurzer Hintergrund zur Geschichte des Gebäudes: er war das damalige Equivalent zum heutigen Balmoral. Die Stewart Könige (ab James II, 1437-1460) verbrachten hier ihre Ferien mit Jagd (daher auch der Name „Falkenpalast”, aufgrund der Jagd mit Falken)und Spielen, wie z.B. Tennis, Schach etc.)

Heute wird er auch immer noch von den Verwaltern bewohnt, allerdings nur in der Winterzeit. Dann ist er für die Öffentlichkeit geschlossen. Das Verwalteramt geht immer vom Vater auf den Sohn über, also auch hier eine Tradition.

Wie sich herausstellen sollte, war der komplette Tag warm und sonnig. Perfekter ging es gar nicht. Hinten im Garten habe ich den ältesten Tennisplatz Britanniens gesehen. Er wurde 1539 für James V gebaut und seine Tochter, Maria Stuart, hat hier auch gespielt. Der Platz ist aber nicht ein Rasenplatz, sondern gepflastert. Insgesamt sieht es eher wie ein Freiluft–Squashplatz aus. Das Spiel war auch in den Anfängen eher eine Mischung aus heutigem Tennis und Squash. Sehr interessant & er wird auch heute immer noch benutzt.

Im Palast selbst konnte man sich die Zimmer der Verwalter anschauen, die Kirche und die königlichen Gemächer. Alles super in Schuss und wirklich gemütlich. Vor allem haben die dort imposante und handwerklich geniale Betten. Man kann mit einem Audioguide durch den Palast laufen, doch liegen auch in jedem Zimmer Infoblätter aus und ein Guide/Securitymensch passt auf oder beantwortet auch jede weitere Frage sehr bereitwillig.

Ach ja, beim Ticket Office, vorm Betreten des Schlosses, hatte es mir doch glatt die Sprache verschlagen. Die Dame fragte, aus welchem Land ich denn käme. Nach meiner Antwort meinte sie glatt „Ich dachte mir schon, dass es ein osteuropäisches Land wäre”. WIE BITTE?!?!? Deutschland ein osteuropäisches Land? Das konnte ich so nicht stehen lassen und nach einigen stummen Sekunden hatte ich mich wieder unter Kontrolle. Ich habe sie dann vorsichtig aufgeklärt, dass BRD in der Mitte Europas liegt und die osteuropäischen Länder bei Polen und so weiter beginnen.

Das ist ja fast so als würde ich sagen „ach ja Schottland, dass ist ja eines dieser skandinavischen Länder…”.

Nach meinem Besuch im „schottischen Paradies” bin ich noch ein wenig durch den süßen kleinen Ort gelaufen (1. denkmalgeschützter Ort in Schottland). Auf meinem Rückweg bin ich spontan noch zur Balmerino Abbey abgebogen. Das Schild hatte ich auf dem Hinweg schon gesehen. War allerdings lediglich ein Steinhaufen übrig und daher nicht wirklich lohnenswert. Doch auf diesem Wege habe ich einen wirklichen Geheimtipp gefunden: der Ort an sich. Wüsste ich es nicht besser, würde ich behaupten, er läge am Mittelmeer. Ein winzig kleines Dorf… eigentlich kein Dorf, sondern eine kleine Ansammlung von Häusern. Und zwar direkt am Meer bzw. am Firth of Tay, gegenüber von Dundee. Die Häuser sind typische Fischerhäuschen an denen Rosen hochranken. Und wenn man das alles noch an einem sonnigen Tag sieht ist es einfach traumhaft. Der Ausblick auf das gegenüberliegende Ufer, auf Dundee und auf die Hügel hinter einem, mit leichtem Salzgeruch in der Luft…. Toll!!

So, und nun muss ich los zur Arbeit.

10/9 Im Restaurant “Paco’s”

Hallo nach Overseas,

gestern Abend war ich mit Lauren, Gary und Euan in Perth zum Abendessen. Euan (mit roten Haaren) wollte uns zu seinem Abschied einladen, er hatte gestern seinen letzten Arbeitstag. Er war sehr traurig zum Schluss, da er ja (leider) total in Lauren verliebt ist. Dumm nur, dass sie seine Gefühle nicht erwidert. Das hatte ich ihm auch mal gesagt, bevor er sich da hineinsteigert etc. Hat aber nichts genützt und so musste er das halt auf die harte Tour herausfinden.

Wir hatten um kurz vor 20 Uhr einen Tisch bestellt und einen sehr witzigen Abend. Vielleicht haben wir sogar ein junges Pärchen vergrault, die nicht weit von uns weg saßen. Egal… nicht unser Problem. Das Essen war reichlich und lecker und am Ende hatten wir eine Rechnung von 100 Pfund (inkl. 5 Pfund Trinkgeld). Eigentlich wollte er uns ja einladen, doch hatte ich ein schlechtes Gewissen und habe ihm 10 Pfund gegeben. Haha, hört sich wenig an, doch meine eigene Rechnung war max. 15 Pfund für eine Pizza, ein Alster und eine heiße Schokolade. Anschließend haben wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang am Fluss Tay gemacht, dessen Promenade und Brücken nachts sehr hübsch angestrahlt sind.

Heute, Montag, habe ich frei und werde nach einem kleinen Abstecher nach Forfar gen Süden fahren, um mir Falkland Palace anzuschauen.

1/9

Queen and Duke of EdinburghSprintTug of WarTossing the caberWettbewerberDrum MajorArena

Moin Moin nach Hause,

die letzten Tage hier waren wirklich super. Und heute war das Sahnehäubchen dran! Aber ich fange mal vorne an.

Am Mittwochabend rief mich Lauren an, dass ein gemütlicher DVD-Abend bei Ewan angesagt sei. Mein Vorschlag dazu war, den Abend bei mir stattfinden zu lassen (damit ich nicht aus meinen gemütlichen Schlabberklamotten raus mußte und anschließend noch mit dem Auto nach Hause). Also kamen die 3 gegen 22 Uhr zu mir und wir haben uns „The last Samurai” angeschaut. Um 1 Uhr nachts sind sie wieder nach Hause – war ein lustiger Abend.

Donnerstagabend habe ich dann die letzte Chance ergriffen, „Harry Potter and the Order of the Phoenix” zu sehen. War ganz in Ordnung, doch meiner Meinung nach der schwächste der Filme. Um das Buch halbwegs verständlich rüber zu bringen hätte man sicherlich einen 3,5 Std. Film gebraucht.

Gestern Abend war dann „Celtic Rock” im Schloss angesagt. Die Bühne war links vom Schloss aufgebaut, das Konzert ging um 19.30 Uhr los. Die zwei Jungs und ich hatten Klappstühle organisiert, um es uns gemütlich zu machen. Viele Leute waren wieder mit Stühlen, Tischen und Picknick da – wie bei den Proms. Allerdings hat es uns nicht lange auf den Sitzen gehalten. Bei der Musik musste man einfach aufstehen und sich bewegen.

Wolfstone war zuerst dran und hat ca. 1 Stunde gespielt; ein Lied kannte ich sogar. Ich habe mit meiner Kamera auch einige Videos mitgeschnitten, doch ist die Bildqualität echt schlecht und das Mikro kommt mit dem Bass nicht klar. Da hört man immer so ein Dunsen.

Zwischen den beiden Bands gab es eine halbstündige Pause, die ich für eine kleine Ansage genutzt habe. Nein, nicht was ihr jetzt denkt, dafür bin ich nicht wichtig genug J

Mein Kollege Jimmy hat mich gebeten, eine kleine Notiz zu schreiben und diese an die 2. Band Capercaillie weiterzuleiten. Mark (Castle Manager) hatte gestern Geburtstag und da wollte er die Chance nutzen, ihm auf diesem Wege von allen Mitarbeitern zu gratulieren.

Also bin ich zur Bühne gestratzt und habe „mal eben die Sache mit Capercaillie klar gemacht”. Die waren echt nett. Und anschließend haben sie die Bühne gerockt. Die Stimmung war super, die Musik mitreißend und die Stimme der Sängerin ging richtig unter die Haut! Dazu kam dann noch die unmittelbare Nähe zum Schloss, das für diese Art Anlässe immer (von Innen) beleuchtet wird. Märchenhaft. Capercaillie hat sogar knapp 1,5 Std. gespielt, so dass ich gegen 23 Uhr wieder zu Hause war.

Heute, auf’n Samstag, klingelte mein Wecker wieder um 7 Uhr. Wenn ich arbeite gammele ich meist noch so ne halbe Stunde bei Musik im Bett rum, doch heute Morgen musste ich mich sputen. Um 8 Uhr war Abfahrt nach Braemar angesagt, damit ich pünktlich um 9.30 Uhr beim Start der Highland Games sein konnte. Schon alleine der Weg dorthin (über Coupar Angus, Blairgowrie und Glenshee) hätte als Ausflug an sich genügt. Erst nur leicht hügelig und dann – zack – auf einmal ist man in den Highlands. Und momentan blüht die Heide wie verrückt. Von weitem sehen die Berge ein wenig braun aus, doch je näher man kommt, desto violetter wird es. Wunderschön, vor allem heute, wo die Sonne uns mal wieder beehrt hat. Das Tal von Glenshee ist atemberaubend schön, leider habe ich mich aber nicht getraut anzuhalten und Fotos zu machen. Erstens, weil ich nicht zu spät kommen wollte und zweitens, weil ich doch so eine schwache Batterie in der Kamera habe. Und ich wollte doch viele Bilder und Videos bei den Games machen….

Als ich schließlich um kurz nach halb zehn in der Arena ankam, war schon einiges los. Die erste Pipe Band ist einmarschiert, die jungen Highland Dancer waren am rumhopsen und die starken Männer in Kilts und „Glenfiddich”-T-shirts haben bereits fleißig mit schweren Sachen um sich geworfen. Glücklicherweise habe ich 13 Pfund in einen Sitzplatz investiert und mich nicht mit den 7-Pfund-Stehplätzen abgemüht. Schließlich war ich ganze 7 Stunden dort. Und es war keinen Moment langweilig!!

Ich versuche jetzt mal die Disziplinen aufzuzählen. Man bemerke, es ging nicht der Reihe nach, sondern es fanden immer so 4-5 Dinge gleichzeitig statt.

Also: Highland Dancer (ähnelt oftmals Ballett), Pipe Bands, Kugelstoßen mit einem runden Felsklotz, Tauziehen („Tug of War”), Mittelstreckenlauf (manche in Kilt!), Sprint, Sackhüpfen (bis 16 Jahre), Hochsprung, Weitsprung, Staffellauf, Berglauf (den Berg würde ich noch nicht einmal hochgehen wollen, weil so steil!) und ein „Drum Major Contest” (Tamburinmajor).

Letzterer sah folgendermaßen aus: Die Drum Major mussten einzeln unter einem Glenfiddich-Schild (Na? Wer ist Hauptsponsor der Spiele?!?!) durchmarschieren, vor dem Schild ihren „Taktstock” (Wie heißt das wohl?) wirbeln, über das Schild schleudern und auf der anderen Seite marschierenderweise wieder auffangen.

Des Weiteren

2 Arten von Hammerwerfen: Einmal mit einem würfelartigen Gewicht an einer Kette in verschiedenen Gewichtsklassen (das schwerste wog 28kg – die Hälfte von mir!) und dann noch mit einem langen Stock, an dem an einem Ende ein rundes Gewicht befestigt war. Eins wog 8kg und das andere noch mehr.

Baumstammwerfen („Tossing the Caber”): Es gibt 3 verschiedene Baumstämme, man fängt mit dem kürzesten und leichtesten an und wenn man es schafft, ihn so zu werfen, dass er auf der Spitze aufsetzt und dann in grader Linie vom Werfer weg umfällt, hat man sich für den nächst größeren qualifiziert. Der größte ist der „Braemar Caber” und wiegt ca. 75kg; den muss man erst einmal hochheben und balancieren! Der ist sicherlich 5m lang. Ab und an hatten die Werfer auch tatsächlich Schwierigkeiten mit der Balance und sind erst einmal ein bisschen durch die Arena gewankt J

Und dann war da noch eine seltsame Disziplin… der wage ich gar keinen Namen zu geben. Dabei würde sonst „Gewicht-rückwärts-über-hohe-Latte-schleudern” herauskommen. Es war das gleiche Würfelgewicht an einer Kette wie beim Hammerwerfen. Doch standen die „Athleten” (athletische Figur ist was anderes… ich würde sie eher „Klotzeten” nennen) mit dem Rücken zu einer dem Stabhochsprung nicht unähnlichen Latte. Sie mussten das Gewicht mit Schwung hoch hieven und rückwärts über diese Latte schleudern. Möglichst, ohne sich dabei selbst zu erschlagen. Wie in der Leichtathletik hatten die Wettbewerber 3 Versuche (beim Hammer- und Baumstammwerfen auch) und dann wurde die Latte höher gelegt.

So, das war’s. Mehr gab es nicht – reicht aber wohl auch. Meine Lieblingsdisziplin war „Tug of War”, das Tauziehen. Das fand auch günstigerweise direkt vor meiner Nase statt und ich hatte somit einen guten Blick auf jede Menge wohlgeformter Männerbeine und (vermutlich) ebensolcher Hinterteile ;-) Es waren übrigens nur Militärregimenter, die dabei mitgemacht haben; keine Privatclubs oder so. Pro Mannschaft 8 Personen, der Kleinste vorne und der Klotz der Mannschaft am Ende des Seils. Die hatten alle spezielle Schuhe an, für guten Halt im Rasen (Hey, die machen das nicht zum Spaß! Das ist ernst!) und teilweise auch besonders gepolsterte Trikotoberteile, damit sie sich nicht mit dem Seil die Haut aufscheuern. Aber keine Handschuhe oder so – das ist was für Weicheier!

Sobald das Seil austariert war, brüllte jede Mannschaft einmal, hieb ihre Stiefel in den Rasen, lehnte sich gegen das Seil und auf Zeichen des Schiris ging’s los. Der Trainer (oder „Arsch-vom-Dienst”) stand ganz dicht neben der Mannschaft und hat sie wie bescheuert angebrüllt, dass sie doch ziehen sollen etc. Letzteres war irgendwie ein wenig lächerlich. Ich wette, ohne jemanden, der einen bei diesem Kraftakt anscheißt, geht es genauso gut. Naja… ist wohl Tradition. Aber diese „Sportart” hat tatsächlich das berühmte „Etwas”. Jedes Mal, wenn die losgebrüllt und die Füße in den Boden gerammt haben, musste ich lachen. Willkommen in der Steinzeit. Ach ja, und dann ist da natürlich noch die geballte Ladung Testosteron – wirkt sehr anziehend. Dumm nur, dass kein einziger… na gut… sehr wenige dieser Soldaten oberhalb des Halses sehenswert waren. Das Leben ist hart.

Und dann war da noch die Geschichte von der Mannschaft, die rücksichtslos von jedem Gegner über den Rasen gezogen wurde…. Die taten mir dann schon leid. Achso, um zu gewinnen, musste eine Mannschaft den Gegner 2x schlagen.

Es gab übrigens auch 3 Ausländer, die bei den Spielen teilgenommen haben. Ein Ukrainer, ein Amerikaner (die beiden waren auch echt nicht schlecht) und ein Deutscher. Gunnar aus Hannover. Alle natürlich in Kilt, wie sich das gehört.

Zwischendrin gab es 3 Paraden der gesamten Pipe Bands durch die Arena. Das war eeeeecht genial. Soooo viele Dudelsäcke und Trommeln, da vibriert mein Blut! Ich muss in meinem früheren Leben Schotte gewesen sein. Das geht gar nicht anders. Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich, wenn die in voller Montur an einem vorbei marschieren und spielen. Grandios!!

So, und nun komme ich zu einem weiteren Höhepunkt der Spiele. Nach der 2. Parade, um 15 Uhr, kam die königliche Familie. Carina, krieg dich wieder ein – William war nicht dabei! Die Queen ist mit dem Duke of Edinburgh (Prince Philip, ihr Mann) in einem schicken Bentley in die Arena zu ihrem königlichen Pavillion gefahren. Als sie ausstieg, hat ein Sänger „God save the Queen” gesungen und das ganze Stadion hat mit eingestimmt. Sie hat mir quasi gegenüber gesessen, sich die Spiele angeschaut (sie hat kein einziges Mal geklatscht!!) und einige Gewinner geehrt. Leider war der Pavillion für meine Kamera zu weit entfernt, um ein scharfes Bild zu schießen. Doch mit etwas Imagination könnt ihr sie auf dem Bild sehen. Die Dame in Grün. Um kurz nach 16 Uhr habe ich mir gedacht „Geh ich doch schon mal zum Parkplatz, dann stecke ich nach dem Ende der Spiele um 17 Uhr nicht im Stau”. Cleverer Gedanke, war bloß nicht mehr umsetzbar, da die Polizei und die Royal Scots Guards (glaub ich) die Straße aus der Arena bereits abgeschirmt hatten. Ich konnte die Straße nicht überqueren, um zum Parkplatz zu gelangen. Doch das war auch gut so. Denn keine 10 Minuten später hat die Queen die Biege gemacht und ist mit dem Auto aus der Arena herauschauffiert worden. Jetzt haltet euch fest: Sie ist 2m (ungelogen!!!) vor meiner Nase entlang gefahren und ich habe sie ganz klar und deutlich für 2 Sekunden im Auto grinsen und winken sehen. Und sie sieht genauso so aus wie im Fernsehen J Haha. Für ihre 81 Jahre hat sie sich echt mal gehalten. Die geht auch für 65 durch.

Tja, wenn ihr jetzt nicht heiß seid auf Highland Games, dann weiß ich auch nicht! Ich bin auf jeden Fall begeistert. So etwas sieht man nicht alle Tage. Und Braemar ist sicherlich die Formel 1 der Highland Games.

Ein Wort noch zum Wetter. Es hat ungefähr 45 Minuten genieselt, doch ich war vorbereitet. Ansonsten war es trocken, oftmals bedeckt und genauso oft sonnig. Mit letzterem hatte ich ja nun nicht wirklich gerechnet, da oben in den Bergen. Und somit sitze ich jetzt mit einem glühenden Gesicht auf meiner Couch. Ich habe doch tatsächlich ordentlich Farbe gekriegt! (*stolz-sei*)

Ich freue mich auf Nachricht von euch.

P.S.: Die Asiatin auf dem Bild mit dem Drum Major war nicht besonders klein. Der Typ ist ohne Hut schon 2m groß!

Barry MillCarnoustieStrassenkuenstlerBlick auf Royal MileThe bunch

Da ich hoffe, auch ein wenig meine Freizeit hier in Schottland genießen zu können (mein Auto habe ich ja dabei), soll hier Platz geschaffen werden für Beiträge, die nur mit Spaß zu tun haben!

Hallöchen,

bei uns ist endlich der Sommer angekommen. Seit ca. einer Woche haben wir Sonnenschein und es ist „heiß wie Sau” –so um die 20-23 Grad. Hahaha….

Gestern (Samstag 25.8.) hatte ich frei und wollte mich eigentlich mit Krish treffen. Doch hatte er das enorme Glück, 2x seinen freien Tag streichen zu müssen, um für kranke Kollegen einzuspringen. Also wieder ein Satz mit x.

Ich habe also gegen Mittag meine Klamotten gepackt und bin erst einmal schnell nach Dundee rein gefahren, um mein Handy aufzuladen. Dann weiter am Meer entlang nach Carnoustie. Dort war im Juli ein großes Golfturnier, alle mit Rang und Namen waren da – inklusive Tiger Woods. Doch haben die garantiert in Dundee gewohnt, Carnoustie itself ist eher ein kleines verschlafenes Örtchen. Tote Hose auf gut deutsch. Ich bin wegen des Strandes dorthin, habe mir ein nettes kleines Fleckchen gesucht und mich gesonnt. Mit Sonnencreme, Buch, Keksen und so. Nach ca. 15 Minuten war ich jedoch erst einmal paniert, weil es neben sonnig auch recht windig war. Nein, ich bin nicht baden gegangen, da 1cm kaltes Wasser.

Auf dem Rückweg habe ich mir noch die Barry Mill angeschaut, eine Hafermühle. An dem Ort wurde schon seit mindestens 1539 gemahlen und die Mühle, die jetzt noch dort steht funzt auch noch. Die läuft so stetig vor sich hin, um den Besuchern den Mechanismus zu zeigen. Da fiel mir wieder auf, wie wenig Englisch ich doch verstehe…. Wovon hat die Frau eigentlich geredet?!?! Keine Ahnung, es war aber alleine schon wegen der großen Zahnräder, Lederriemen und der Lautstärke ziemlich eindrucksvoll. Außerdem liegt sie sehr idyllisch.

Freitag abend war ich übrigens recht spontan mit meinen Kollegen von der Schloss-Security (auf dem Bild: Lauren, Gary und Ewan) in Edinburgh. Wir wollten eine Kleinigkeit essen gehen und die Atmosphäre des Fringe Festivals in uns aufsaugen. Es war auch ein toller Abend. Auf der Royal Mile waren viele Straßenkünstler, die für ein Trinkgeld aufgetreten sind. Wir sind also einfach ein bisschen herumgelaufen: Royal Mile, Princess Street, George Street. Ich habe wieder einmal gemerkt, wie unheimlich schön Edinburgh ist!! Träum…. Ich glaube, am 2. September fahren wir wieder hin, dieses Mal mit Graeme, da dann das große Abschlussfeuerwerk am Schloss stattfindet. Graeme weiß noch nur noch nichts von seinem Glück.

18/8

Aaah, nach 13 Tagen Arbeit endlich ein freier Tag. Naja… ich habe es ja selbst so gewollt. Eigentlich hatte ich 2 Tage frei, doch ich habe den 2. Tag freiwillig gestrichen, da ich gesehen habe, dass wir sehr viele Besucher bekommen würden. Nur Stunden bringen das Geld, nicht wahr!? Es war dann auch tatsächlich der besucherreichste Tag des Jahres mit über 1200 Besuchern für die Schlossführungen.

Doch nun zu meinem freien Tag. Ich habe erst einmal ein wenig im Bett gegammelt, in Ruhe vor’m Fernseher gefrühstückt und dann das erste Geld auf mein Bankkonto gebracht. Aaaaah, das hat sich gut angefühlt! Anschließend habe ich mir in Kirriemuir „Barrie’s Birthplace” angeschaut. Das ist ein kleines Häuschen, in dem der Autor von „Peter Pan” – J M Barrie – geboren und aufgezogen wurde. Das ist ganz süß, im Garten haben sie aus Grünpflanzen, Hecken und Holz ein riesiges Krokodil mit aufgesperrtem Mund wachsen lassen.

Dann bin ich wieder zurück nach Glamis gefahren, wo ich mir das Angus Folk Museum angeschaut habe. Die Dame am Empfang hatte schon von mir gehört: „Ach du bist das Mädchen aus Deutschland, was bei den Jarrons eingezogen ist!”. Ich hatte wieder eine ASVA-Karte dabei, mit der ich umsonst rein kam und die mich als Mitarbeiter von Glamis Castle ausweist. Ruckizucki kommt man damit mit den Leuten ins Gespräch. Das ist echt ne tolle Sache! J

Das Angus Folk Museum ist jetzt nicht grade der Burner, doch für 30-45 min ein guter Zeitvertreib. Außerdem war ich endlich mal wieder die Jüngste dort. Alle anderen Besucherinnen (!) waren mindestens 40 Jahre älter. Ich dachte anfangs, die wären Inventar. Haha…

Abends bin ich dann mit Gary und Lauren, 2 meiner jungen Arbeitskollegen, mit denen ich auch den Sonntag bei den Proms verbracht habe, nach Dundee ins Kino gefahren. Wir wollten unbedingt „Rush Hour 3″ sehen und es hat sich auch wirklich gelohnt. Chris Tucker ist einfach genial, wir haben uns weggeschmissen vor Lachen. Den Film kann ich jedem empfehlen, der sich mal 2,5 Stunden gepflegt weglachen möchte.

Tja, und heute regnet es Bindfäden und im Schloss war auch nicht viel los. Das kam mir aber nur recht. Ich freue mich schon auf Montag, da habe ich wieder frei und treffe mich wahrscheinlich mit Krish. Allerdings weiß ich noch nicht wo, wann und was wir unternehmen werden. Doch das finde ich gleich noch heraus.

Liebe Gruesse an euch alle!! Lasst mal wieder was von euch hören.

12/08

GordonSchloss bei NachtFeuerwerk 1Buehne PromsBesuch aus Deutschland

So liebe Leute,

nun melde ich mich auch mal wieder.

Arbeitstechnisch hat sich nicht viel Neues ergeben, deshalb erzähle ich euch ein wenig von meiner Freizeit. In den letzten Tagen ist tatsächlich einiges passiert.

Am Mittwochabend war ich kurz in Forfar und habe mich zum Sport am Donnerstag angemeldet. Ich wollte „Body Balance” mitmachen. Das ist so ein Mix aus Stretching, leichtem Muskelaufbau, Tai Chi und Meditation. Hörte sich in der Beschreibung so an, als könnte ich unfittes Mensch das beim 1. Besuch lebend überstehen.

Am Donnerstag hatte ich meine Anmeldung natürlich schon wieder vergessen. Den ganzen Tag war mir so als hätte ich abends irgendetwas vor gehabt. Hm….. Beim Abendessen ist es mir dann auch plötzlich wieder eingefallen und ich schaute auf die Uhr. Grossartig, noch 10 min Zeit bis die Stunde anfängt! Schnell ein T-Shirt übergezogen und ab ins Auto. Bin sogar pünktlich angekommen und es hat auch sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mich gleich für nächsten Donnerstag angemeldet. Dieses Mal werde ich es nicht vergessen! Das blöde ist nur, dass die Stunde 3,80 GBP kostet (ca. 5,70 EUR), was ja nicht grade wenig ist. Doch muss mir das egal sein, da mir sonst abends langweilig ist und ich so auch mal unter (andere) Leute komme.

Für Freitagabend hatte ich von unserem House/Castle Manager Mark eine Einladung in den hiesigen Pub bekommen. Ich wusste gar nicht, was das für eine Art Einladung war. Keiner meiner Kollegen war eingeladen, es war nicht Marks Geburtstag…. Komisch. Doch als ich dort ankam war bereits eine Schar Anzugmenschen dort, die feucht-fröhlich die Neueröffnung ihres Architektenbüros feierten. Marks Frau arbeitet auch in dem Büro, daher also die Verbindung. Ich kam dort so gegen 19.15h an und die feierten schon seit 13 h. Dementsprechend klare Gedanken konnten die meisten fassen. War extrem witzig, die eine junge Dame (ca. 1,77m und ca. 100 Kilo) hat ihre Leinenhose zerrissen (5cm langes Loch am oberen Innenschenkel) und hat sich Geldscheine in den (enormen) Ausschnitt gestopft. Ihr schwuler Kollege wollte die wieder dort rausfischen, hat sich aber nicht getraut dort reinzufassen. Wahrscheinlich war ihm das Risiko zu groß, dort drinnen verloren zu gehen… Und sein Freund hat ihn ständig ermahnt „Behave yourself!”.

Der Typ, dem das Büro gehört, hat mir ein Glas Wein ausgegeben (250ml!) und mir 3x erzählt, dass Lady Strathmore zur Eröffnung auch da war und ein paar Worte gesagt hat. Wie interessant… Des Weiteren ist er mir auf die Pelle gerückt – er hätte fast mein Opa sein können. Ääh… ich bin dann zu Mark geflüchtet. Er hat mir noch ein paar andere Leute vorgestellt, wir haben uns ein wenig unterhalten und dann bin ich so gegen halb elf nach Hause gefahren. Die meiste Zeit haben die Leute draußen gesessen. Ist ja schließlich Sommer und wir hatten so ca. 14 Grad! Guter Grund! Manche saßen da im T-Shirt, ich hatte ein langärmeliges Shirt an plus Jacke und mir war arschkalt!

Zu Hause habe ich erst einmal eine heiße Dusche genossen, um dem sicheren Erfrierungstod zu entkommen. Kaum im Bademantel vor der Dusche, geht auf einmal das Licht aus. Scheiße, dachte ich, es ist jemand im Haus und der tut dir gleich was an. Fand ich wirklich nicht so witzig. Graeme war nämlich auf einer Hochzeit in Dunfermline. Den Weg in mein Zimmer habe ich allerdings überlebt und mir schnell mein Handy geschnappt, um Eric anzurufen. Der hatte glücklicherweise dasselbe Problem, es war also lediglich ein normaler Stromausfall. Puh!

Und gestern, am Samstag, habe ich endlich den ersten Besuch aus Deutschland bekommen. Michael, Andre und Gaby kamen gegen Mittag ins Schloss, haben mit mir eine Führung mitgemacht und nach der Arbeit sind wir zusammen zu den Proms gegangen.

Aber von Anfang an.

Die ganze Woche über hatten wir gutes Wetter. Pünktlich zum Konzertwochenende (welches ja draußen stattfindet) öffneten sich dann die Schleusen. Seit dem frühen Samstagmorgen regnete es, so dass ich nach der Arbeit – auf dem Weg zu meinem Auto – fast im Matsch ausgerutscht bin und mir meine Schuhe eingesaut habe. Aber wir waren gewappnet mit 5 Schirmen, warmen Klamotten, Thermoskanne, Cidre, Keksen und Regenumhängen. Die meisten Besucher hatten sich auch ihr Picknick mitgebracht samt Tischen und Stühlen. Wir haben es uns auf Parkbänken gemütlich gemacht. Und die Stimmung war toll, trotz Mieselregen (der nach 1,5 Std. aufhörte)! Manche kamen sogar in Abendkleid und Gummistiefel, einige hatten Lampen oder Kerzen mit und auf einem Tisch habe ich sogar Krabbencocktails und Kaviar gesehen. Der Oberhammer! Man hat es sich also gut gehen lassen.

Um 19.30h ging dann das Konzert los. Und ich war echt mal positiv überrascht. Ich bin zwar kein Fan von klassischer Musik, doch das war echt geil! Viele Stücke kannte ich sogar, zumindest Ausschnitte. Es gab auch ein Sänger (Tenor Peter Auty), der zum Schluss auch „Flower of Scotland” gesungen hat. Das war der Abschuss! Das Lied ist die „heimliche” Nationalhymne der Schotten und das ganze Publikum hat angefangen mitzusingen. Ein Dudelsackspieler war auch noch dabei und alles in allem war es einfach ein total genialer Abend. Auch das Feuerwerk zum Schluss, synchron zu Tchaikovskys „1812 Overture”, war seeeeehr schön!

Man darf dabei ja auch nicht vergessen, dass es nicht irgendein Orchester war, sondern das „National Symphony Orchestra of Scotland”. Nach meiner letzten Tour gestern Abend musste ich auf meinem Rückweg durch den Dining Room gehen, wo grade der Violinist (Leland Chen) sein Solo geübt hat – Gänsehaut pur!

Ich bin wirklich schwer am überlegen, ob ich nicht heute Abend auch noch mal hingehe bzw. da bleibe. Das Programm ist nämlich auch total anders. Und was soll ich zu Hause vorm TV hocken, wenn es so was Tolles direkt vor meiner Haustür gibt?!?!

Also Leute, solltet ihr nächstes Jahr am 9./10. August zufällig in Schottland sein MÜßT ihr zu den Grand Scottish Proms gehen. Auch als Nicht-Klassik-Fans. Es ist wirklich etwas besonderes und absolut sehenswert!

So, und nun genug der Schwärmerei, jetzt muss ich los zur Arbeit.

Liebe Grüße an alle und lasst von euch hören.

P.S.: Ach ja, und mir ist gestern auch noch ein alter Bekannter über den Weg gelaufen. Gordon, mit dem ich letztes Jahr in Edinburgh zusammen studiert habe. Er macht grade ein Praktikum bei der Cateringfirma, mit der das Schloss zusammenarbeitet. Die Welt ist klein…..

2/8/2007

Krish in Perth

Bisher scheine ich Glück mit meinen freien Tagen zu haben. Noch keiner war verregnet! Heute hatte ich frei, da ich am Nachmittag wegen meiner National Insurance Number in Dundee sein musste. Doch vorher habe ich die Chance genutzt endlich Krishnendu zu treffen, mit dem ich letztes Jahr in Napier zusammen studiert habe. Er arbeitet jetzt im prestigeträchtigen Golfhotel Gleneagles. Wir haben uns zum Frühstück in Perth getroffen. Das hieß für mich um 6 Uhr aufstehen, da sein Bus bereits um 7.30h dort ankam.

Auf dem Weg zu einem geeigneten Parkplatz ist mir ein Auto aufgefallen. Als erstes überfährt es fast eine rote Ampel, dann fährt es ca. 50m in entgegen gesetzter Richtung in einer Einbahnstraße bis es den Irrtum bemerkt und schlussendlich nimmt es auch noch einem anderen Auto beim Rechtsabbiegen die Vorfahrt! Sowas…. Gut, dass mir so etwas nicht passiert (*hüstel, räusper, werd-rot*). Muss wohl ein Ausländer gewesen sein!

Um kurz vor 8h hat mich Krish dann endlich gefunden. Da ich nicht wusste, wo in Perth ich mich befinde, wo ich hin sollte und überhaupt sowieso noch etwas aufgewühlt war, habe ich Krish angerufen und ihm gesagt, welche Gebäude um mich herum stehen. Aha… zumindest er wusste, wo ich war. Um diese Uhrzeit hatte dummerweise noch kein Frühstücks-Café auf (?!?!) und wir haben uns erst einmal mit einem Kaffee bei Costa’s begnügt. Fröhlich über das Wiedersehen, haben wir gebrabbelt was das Zeug hielt. Später des Morgens, nach einem leckeren englischen Frühstück (Pfannkuchen bedeckt mit Rührei und einer Scheibe Speck), haben wir überlegt, wann wir uns das letzte Mal gesehen haben. „Donnerwetter,“ ging uns auf „auf den Tag genau vor einem Jahr!“ Am 4. August hatte ich das Ticket für das Tattoo in Edi und 2 Tage vorher hatte ich ihn dort getroffen.

Wir haben beschlossen, ab und an mal zusammen etwas zu unternehmen, falls es unsere freien Tage erlauben.

Ein paar Worte zur Stadt: klein, hübsch, Fußgängerzone, alles da, was man braucht, am Fluss Tay gelegen mit netter Promenade.

In Dundee auf’m Amt ging alles flott und glatt. Und während ich noch so in meiner Dokumentenmappe nach allen möglichen Dingen suche, fallen mir zwei Umschläge auf: „An das Geburtstagskind“ und „Für Claudi“. Häh…? Ach ja… die 2 Geburtstagskarten von meinen Eltern und meiner Patentante (hallo Renate), die ich vor 3 Wochen dort hinein gepackt habe, damit ich sie auch nicht vergesse. Super Plan, hat gut geklappt! Also auf diesem Wege noch mal herzlichen Dank für die süße Karte von Mama & Papa und die schöne Füllung von Reni und Wiffit! Über so was freut man sich auch noch zwei Wochen nach dem Geburtstag. (Ich glaube, ich bin doch mit meiner Mama verwandt! Mama – du weißt sicherlich, was ich meine J )

So, und nun packe ich meine 7 Sachen und fahre nach Forfar, um diesen und den englischen Eintrag plus Bild hochzuladen. Meinen Dienstplan für September habe ich auch schon, doch muss ich da noch ein Wörtchen mit wem auch immer reden, da ich vor dem 23. September noch viel zu viel frei habe. Das geht so nicht.

Lieben Gruß an alle

27. & 29. Juli

DiscoveryWie hiess der Typ noch gleich?Strathmore ArmsFirth of Tay

Am Donnerstag Abend habe ich mich mit einigen meiner Guide-Kollegen in Glamis (Dorf) getroffen. Dort gibt es einen kleinen Pub, Strathmore Arms, zumindest dachte ich das. Als ich dann eintrat, entpuppte er sich als ein richtig gemütliches Restaurant mit lecker Essen!

Der Abend war sehr schön, wir hatten alle viel Spaß. Wobei ab und an Themen aufkamen (z.B. Krankheiten), bei denen Wörter benutzt wurden, die ich noch nie gehört hatte und ich mir auch keinen Reim drauf machen konnte. Egal…

Irgendwann kam die Frage auf, wer denn am nächsten Tag arbeiten müsse. Ich sagte, dass ich noch keine Ahnung hätte, ob ich für einen der Guides einspringen müsse oder irgendwer eine andere Mission für mich geplant hätte. Daraufhin meinte mein Chef Mark (er ist der Castle Manager, zuständig für alles, was innerhalb des Gebäudes abläuft; auf dem Foto in dem grünen Polo), dass ich ja dann meinen freien Tag nehmen könnte. Guuuute Idee! Mark war übrigens 16 Jahre in der Army, davon 10 Jahre in Deutschland (Hildesheim und Dortmund). Immerhin könnte er sich noch ein Bier und ne Pommes auf Deutsch bestellen und anschließend ein Taxi rufen ;-)

Ich bin also am Freitag kurz ins Schloss gefahren um 9 Uhr, um mir eine ASVA-Karte zu besorgen. Die Abkürzung steht für Association of Scottish Visitor Attractions. Mit dieser Karte bin ich ausgewiesen als Mitarbeiterin in Glamis Castle und kann mir sehr viele Sehenswürdigkeiten umsonst anschauen. Um 10 Uhr habe ich dann den Bus nach Dundee genommen. Die Bushaltestelle ist eigentlich so 500 m weit vom Cottage entfernt. Doch kann ich da weder mit meinem Auto parken noch möchte ich da zu Fuß hinlaufen. Die Straße hier hat nämlich weder einen Rad- noch Fußgängerweg und ist ganz schön kurvig. Nichtsdestotrotz wird sie als Rennstrecke benutzt und ich bin nicht scharf darauf, hinter einer Kurve unter die Reifen zu kommen!

Graeme meinte, ich solle mich einfach vor´s Haus stellen und winken, wenn der Bus kommt. Der würde dann halten und mich mitnehmen. In BRD erntet man damit ja höchstens ein Kopfschütteln und Vogelzeigen des Busfahrers, während er an einem vorbei fährt. Ich war mir meiner Sache auch nicht so sicher – ich kenne ja mein Glück. In Gedanken sah ich ihn schon lachend an mir vorbei fahren und mich 3 Std. auf den nächsten Bus warten. Doch hier klappt das. Dolle Sache!! Auf dem Rückweg hat er mich dann auch fast vor meiner Haustür wieder abgeladen.

Und zu allem Überfluss hat es gestern keinen einzigen Tropfen geregnet. Ganz im Gegenteil war es sogar sehr sonnig (und windig). Als aller erstes habe ich mir in Dundee das Royal Research Ship Discovery angeschaut (natürlich umsonst, habe fast 6 Pfund gespart), mit dem 1901 Captain Scott und Shackleton in die Antarktis aufgebrochen sind. Das Schiff wurde übrigens in Dundee gebaut, deswegen steht es jetzt wohl hier. Bevor man auf das eigentliche Schiff geht, gibt es eine meiner Meinung nach sehr gut gemachte Ausstellung, die von der Idee, Planung, Bau etc. bis hin zum Gebrauch des Schiffes nach dieser Expedition alle möglichen Information bereit hält. Eigentlich hat mir das sogar besser gefallen als schlussendlich das Schiff.

Es liegt übrigens auch an markanter Stelle, in einem ehemaligen Dock direkt am Firth of Tay. Grandiose Aussicht – und das bei Sonnenschein! Ein Bild zeigt eine Brücke über dem Tay und man kann zwischen den Pfeilern noch alte Stümpfe herausragen sehen. 1879 ist hier in einer Nacht die damalige Eisenbahnbrücke zusammengebrochen. Leider befand sich grade ein Zug darauf…. Tragödie!

Anschließend bin ich ein wenig durch die Innenstadt gelaufen.

@ Jenny: es gibt hier eine Fußgängerzone, einen Disney Store, eine Promenade am Firth entlang und 2 Shopping Malls. Das wäre eigentlich was für dich gewesen.

Auf dem „Marktplatz“ in der Innenstadt fand grade ein German Market statt mit blau-weißen Fahnen, schrecklicher Musik (bayrischer Schlager, DJ Ötzi), viel Bier und Bratwurst (eine Bratwurst für 3 Pfund = 4,50 EUR…!! Ok, die waren auch ein bisschen größer als normal, aber trotzdem). Da habe ich dann den Typen mit dem Vechteraner Kennzeichen wieder getroffen.

Zum Abschluss wollte ich mir dann noch die Fregatte „Unicorn“ anschauen aus dem späten 19. Jhd. Mit großen Kanonen und so, bin ja ein Fan von Kriegsschiffen! Ich muss zugeben, dass mein erster Gedanke war „oje, hoffentlich zerfällt die nicht unter meinen Füßen und ich muss elendiglich im Hafen von Dundee ertrinken“. Doch von innen sah sie dann doch vertrauenserweckender aus. Natürlich wollte ich wieder mit meiner ASVA Karte umsonst rein. Allerdings wollten die das nicht. Wiederum wollte ich keine 3 Pfund für einen halbverrotteten Kahn ausgeben – also bin ich wieder zurück in die Stadt. Ts… das haben sie davon!

Um 16 Uhr habe ich dann den Bus zurück genommen und zu Hause einen schönen deutschen Kartoffelsalat vorbereitet. Muss wohl die Inspiration auf dem Marktplatz gewesen sein…. Darauf freue ich mich heute Abend schon!
Mit meinem Vermieter habe ich am Freitag abend auch noch kurz gesprochen wegen der Miete für nächsten Monat. Er meinte, ich solle mal so gegen 21 Uhr auf einen Kaffee/Tee vorbei kommen. Dann saßen wir also zu viert (Grace, Eric, Graeme und ich) bei denen in der Küche, haben ein wenig gequatscht und Tee getrunken. Sehr gemütlich. Und was ich besonders süß fand war der Ausspruch von Eric „Du gehörst ja jetzt zur Familie“. Was habe ich doch für ein Glück manchmal!!
J Und das ist durchaus ernst gemeint!

Edzell GartenHouse of DunEdzell Castle

Am Sonntag hatte ich auch frei. Eigentlich wollte ich mir in der Nähe von Dundee Castle Huntly anschauen, doch habe ich nach einem kurzen Gespräch mit Grace davon abgesehen. Sie sagte, das wäre eine Anstalt für junge Leute (entweder Knast oder Klapsmühle, ich weiß nicht genau). Mein Mitbewohner hat sich daraufhin natürlich schlapp gelacht, dass ich dahin wollte. Haha… sehr witzig! Woher soll ich das denn wissen?!?

Also habe ich mir mein Auto geschnappt und bin in Richtung Montrose gefahren, um mir das House of Dun anzuschauen. Auf dem Weg habe ich noch schnell einen Abstecher zur Bridge of Dun gemacht. Das House of Dun ist auch irgendwie mit dem Königshaus verknüpft, aber ich weiß nicht mehr genau wer, wie etc. Außerdem kommt der Name Kennedy sehr häufig vor. Insgesamt ein sehr hübsches Haus mit einem superschönen Garten, wo man schon so 2-3 Std. verbringen kann. Anschließend bin ich weiter nach Edzell Castle gefahren, das Stammschloss der Lindsays. Allerdings liegt das eigentliche Gebäude in Ruinen, der Garten ist aber weiterhin sehr gepflegt und wirklich gemütlich.

Das tolle an diesem Ausflug ist, dass ich üüüüberhaupt keinen Eintritt zahlen musste mit meiner ASVA-Karte. Ich habe sicherlich 10 Pfund gespart. Und man kommt sehr schnell ins Gespräch mit den Leuten vor Ort, wenn sie die Karte sehen. Selbst für die Arbeit habe ich ein paar interessante Dinge gelernt!!

Zu Hause habe ich mich noch einen Moment mit meinem Buch (Harry Potter and the Deathly Hallows!) in die Sonne gesetzt. Später kam dann Graeme zum Rasen mähen. Auf dem Rückweg wollte er noch „schnell“ den Staubsaugerbehälter leeren – wir haben so ein Dyson Riesending – doch er hat es nicht hingekriegt. Er kniete auf dem Rasen und hat mit dem Ding gekämpft, geflucht wie ein Rohrspatz (mir klingeln jetzt noch die Ohren…), doch es hat sich keinen Millimeter geöffnet. Ich habe mich schlapp gelacht!! Schlussendlich hat er es mit zur Farm genommen. Hat auch nichts genützt, gegen halb elf kam er nach Hause, der Behälter immer noch dicht. Er war sogar soweit, das ganze Haus nach einer Anleitung zu durchsuchen…. Männer brauchen ja normalerweise NIE eine Anleitung. Für einen Staubsauger…. Herrlich!! Natürlich hatter er deswegen auch wohl die Anleitung gleich nach dem Kauf weggeschmissen. Tja…

24/07:

Ein Wort zum Wetter

Ich möchte ein Wort zum Wetter loswerden. Obwohl es sich eigentlich nicht einmal ein klitzekleines „Gedänkchen“ verdient hat. Gestern Morgen habe ich Wäsche gewaschen und im Haus aufgehängt. Gestern Abend hab ich den Kamin angemacht, die Wäscheständer davor gestellt, damit die – immer noch pitschnasse – Wäsche wenigstens etwas trocknet. Heute Abend ist die Wäsche immer noch nass!! Glücklicherweise scheint aber heute wenigstens ab und an die Sonne, so dass die Wäsche nun draußen trocknet. Glaube ich….

Heute Morgen habe ich das Badezimmer gewischt und das Biest wollte einfach nicht trocknen. Es hat sicherlich 1,5 Stunden gedauert und viel Fluchen und Überredungskunst in Anspruch genommen. Jajaja… ich höre euch schon! „Du hast es ja so gewollte – also beschwere dich nicht.“ Tue ich ja gar nicht! Ich wollte euch damit lediglich mitteilen wie gut ihr es in Deutschland habt. So!!

23/7:

Ich habe Tickets fuer das Braemar Gathering am 1. September bestellt. Das sind DIE Highland Games, die die Royal Family auch jedes Jahr besucht. Also werde ich bald die Queen herself mit Anhang zu Gesicht bekommen!

@ Carina H.: Das wird meine Revenge fuer das Soehne Mannheims Konzert in Bruessel ;-) Soll ich was ausrichten?

INFO fuer die Leute, die mich mal besuchen kommen moechten:

“Treasure Ticket”

Es kostet fuer Erw. 15 GBP, fuer Sen./Stud. 13,50 GBP und man kann sich aus folgenden 5 Orten 3 aus- und besuchen

- Glamis Castle – Blair Castle – Bell’s Blair Atholl Distillery

- Scone Palace – Dewar’s World of Whisky

Wenn man ueberlegt, dass alleine Glamis Castle schon 7,50 fuer Erw. (mit Fuehrung) kostet… Gar nicht schlecht.

Neue Bilder von meinem Ausflug am Sonntag durch Glenisla und zum Wasserfall Reekie Linn in der Naehe von Alyth:

Fluss in GlenislaAuf dem HeimwegReekie Linn 1Reekie Linn 2

Bogenschiessenfountain-von-oben.jpgMein KuechleinKreisel in DundeePrivater Bereich der Grafen

Mein Geburtstag ist vorbei. Schon wieder ein Jahr älter. Tja, so ist das halt.

Aber ich habe einen schönen Tag hier verbracht, unter anderen habe ich 2x meine Emails gecheckt. Das war auch nötig, da so viele Geburtstagsgrüße ankamen. Ich möchte euch allen hiermit aufs herzlichste danken, dass ihr an mich gedacht habt!!

Außerdem war ich schnell in Dundee – Graeme hat mich mitgenommen, da er auch dorthin musste – um endlich meine schottische SIM-Karte zu kaufen (Jenny, Mobile World ist überall in GB; vielleicht sage ich einfach „britisch“, um jeglichen Problemen aus dem Weg zu gehen). Auf der Fahrt habe ich auch herausgefunden, was man bei den „Young Farmers“ so macht. Es ist wohl tatsächlich so ähnlich wie die Landjugend. Die machen Sport, Ausstellungen, sogar internationale Austausche, Viehbewertungen etc. Naja, und ein wenig feiern wohl auch ;-) Alles andere würde mich auch arg wundern.

Anschließend ging es an`s Kuchen backen. Ich hatte an alles gedacht, habe mir Mixer und Form von Grace ausgeliehen und beim Öffnen des Zuckers viel mir auf, dass weit und breit kein Messbecher zur Stelle ist. Sch…. ade. Also musste ich schätzen und –zack- Kuchen ist auch gleich mal nichts geworden! Man konnte ihn zwar essen und er hat auch wohl geschmeckt, doch sah er nicht besonders hübsch aus und hätte noch ein wenig süßer gekonnt. Also habe ich mich ein wenig geschämt. Der Kuchen, den ihr auf dem Bild seht, ist übrigens von den Jarrons. Außerdem habe ich ein Paket mit 2 Tafeln „Aero Mint“ Schokolade bekommen. Die mag ich so gerne, hatte die auch gleich am 1. Tag hier gekauft. Wie nett!! Wir haben uns auch gut unterhalten, Eric ist ein richtiger Spaßvogel.

Dann ging das BBQ los und pünktlich dazu erschien auch die Sonne. Als erstes sind wir allerdings in den 3. Stock des Schlosses ins Archiv gegangen wo wir in alten Büchern und Karten stöbern durften. Danach konnten wir vom Dach des Schlosses die Aussicht genießen. Das war sicherlich ein „once in a lifetime“ für mich. Einmal auf dem Dach von Glamis Castle stehen, die Aussicht genießen (unter anderem in den privaten Teil des Schlosses und Gartens; war leider nichts Spannendes zu sehen) und ein wenig in die Ferne träumen. Toll.

Daraufhin habe ich ein wenig Zielwasser getrunken und mich zum Bogenschießen begeben. Wir sind auch noch genauso viele Mitarbeiter wir vor dem BBQ…. Bogenschießen ist eine total tolle Sache!! Ich glaube, ich habe mich gar nicht so blöd angestellt und bis auf 2 Schüsse (von… ca. 15) auch immer das Ziel getroffen. Vielleicht sollte ich das weiter verfolgen, mal sehen. Nebenher hatten die Söhne (oder eher ein Sohn mit seinen Freunden) des Grafen auch ihren Spaß. Die sind wie bescheuert mit 2 Autos und 2 Squads durch`s Gelände geheizt. Jungs in dem Alter eben… total bescheuert! Aber schon cool, einen Grafensohn mit riesigem Anwesen zum Freund zu haben. Das eröffnet viele neue Freizeitbeschäftigungen.

Zwischendurch war dann noch alle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet. Schließlich hatte ich ja Geburtstag und mir wurde eine Karte mit Glückwünschen überreicht plus ein Mini-Ständchen gesungen. Wie nett… und ich bin garantiert rot geworden. Ich werde übrigens durch die Bank weg auf Anfang 20 geschätzt. Ich habe schon 3-4x 22 Jahre gehört. Ja, ja, ja….

Und nun bin ich satt, zufrieden und müde.

Nachtrag 16. Juli:

Gestern war Sommer. Und ich meine auch tatsaechlich nur gestern. Wir hatten 20 Grad und ich bin nach der deutschen Tour in mein Auto gesprungen, um einen Ausflug zu machen. Tolles Wetter!! Ich bin durch das Tal Glen Isla gefahren (wunderschoen) und habe an einem Wasserfall gestoppt. Bilder werde ich die naechsten Tage reinstellen. Anschliessend habe ich mich im Bikini in meinen Garten gelegt, gesonnt und doch tatsaechlich endlich angefangen, ein Buch zu lesen. Das heisst “Fremd kuessen” und ich musste so oft so laut loslachen. Es ist herrlich witzig geschrieben und ich habe es auch gestern komplett durchgelesen. Geeenial!!

Heute war dann wieder Arbeit angesagt und ich hatte heute meine Feuertaufe: eine deutsche Fuehrung um 11 Uhr und eine englische um 17 Uhr. Endlich habe ich es hinter mir! Puh… Und es lief auch echt gut, ich war nur die ersten 2 Minuten aufgeregt. A propos… heute hat es fast ausschliesslich geregnet. Typisch schottisches Wetter – wie boese Zungen behaupten wuerden. Naja… kann nur besser werden.
Liebe Gruesse

DistelDorfFluss

So, nun will ich mich auch mal an meine eigene Aufteilung halten.

Heute ist Samstag und was habe ich vor!? Erst einmal schnell nach Forfar reinfahren, um noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Ich möchte heute – zur Feier des Tages – einen Kuchen backen. Meine Vermieterin kam gestern Abend kurz zu mir, um mir ihre Tochter vorzustellen. Ich glaube, sie hieß Caroline. Und da habe ich die Gelegenheit genutzt, um zu fragen, was sie heute gegen 16 Uhr so machen, ob sie zu Hause wären. Ich will nämlich mit dem Kuchen rüberkommen und zusammen mit den Jarrons Kaffee trinken. Wer will schon an seinem Geburtstag auf ein Geburtstagskaffee mit „Familie“ verzichten?! Ich nicht.

Nach dem Einkauf gehe ich schnell in die Bibliothek. Dort habe ich eine Internetverbindung. Gemäß den Öffnungszeiten werde ich es wohl schaffen (sofern ich Mo-Fr arbeite), montags, mittwochs und samstags ins Netz zu kommen. Allerdings bekommt man dort immer nur Ausweise für 30 min. Und ob ich dort Skype installieren darf, ist auch fraglich…. Das ist echt suboptimal! Grrrr

Anschließend fahre ich gleich weiter nach Dundee. Dort gibt es auf der „High Street“ ein Carphone Warehouse Shop, wo man Handys, Simkarten etc. kaufen kann.

Meine SCHOTTISCHE Nummer (sorry Jenny, wie konnte mir das bloß passieren?!? Ist mir unerklärlich) werde ich dann auf der Seite „About me“ veröffentlichen. Wer Interesse hat, muss sich das Passwort bei mir erfragen.

Was habe ich sonst noch so in meiner Freizeit getan? Hauptsächlich geschlafen. Ich bin es ja gar nicht gewöhnt, einen ganzen Tag auf den Beinen zu sein. Ok, im Pferdeladen war ich auch teilweise 8 Stunden auf den Beinen, doch bin ich zumindest rumgerannt und habe die verschiedensten Bewegungen ausgeführt. Hier ist es: langsam durch´s Schloss schleichen, stehen bleiben und zuhören! Tja und abends gegen 21 Uhr hat mich meistens der Schlaf übermannt. Außerdem verbringe ich direkt nach der Arbeit ca. ne Stunde mit Kochen. Ich habe ja quasi die komplette Küche… eigentlich das komplette Cottage für mich. Eigentlich fände ich es aber schöner, wenn Graeme auch mal da wäre, dann könnte ich wenigstens jemandem von meinem Tag erzählen. Die Küche ist voll ausgestattet: Microwelle, Kühlschrank, Gefrierfach, Geschirrspüler (den brauche ich ja nicht für meine 2 Teller), Ofen mit Grill und 4 (!!) Herdplatten. Da geht was…. Bald mache ich dem lispelnden englischen Starkoch Jamie Oliver Konkurrenz. Jawoll! Sein Geschirr haben wir nämlich auch schon in der Küche stehen.

Gestern Abend hatte ich noch eine meiner großartigen Ideen: ich musste unbedingt herausfinden, wohin der Feldweg bei meinem Cottage führt. Nach einem ordentlichen Regenschauer…. Die Jeans kann ich jetzt waschen und ich weiß noch nicht genau, wie ich meine Schuhe sauber kriege. (*klatsch-mit-der-Hand-an-die-Stirn*)

Heute um 17.30 (18.30 eurer Zeit) findet dann am Schloss ein Mitarbeiter-BBQ statt. Dort treffe ich dann alle meine Kollegen und angeblich soll jemand vom örtlichen Bogenschützen-Verein kommen, um uns zu zeigen, wie man mit Pfeil und Bogen umgeht. Coool! Habe mir gestern Abend schon mal die Fingernägel geschnitten, damit ich mir nicht mehr weh tue als nötig ;-) Meine Kollegin Doreen hat mir dann gestern noch eine Geburtstagskarte unter meinen Scheibenwischer geklemmt. Mit einem Highlandkuh-Baby drauf. Sie weiß, wie sehr ich diese kleinen Dinger liebe. Sehr lieb von ihr!

So, und nun ist Schluss. Ich wollte eigentlich gar nicht so viel schreiben…

Ach ja, eines noch (bisschen Werbung):

11.-12.8. Proms Weekend am Schloss: Outdoor Picnic Concerts (allerdings klassische Musik) mit abschließendem Feuerwerk an jedem Abend

31.8.: Celtic Rock im Schloss mit den Bands „Wolfstone“ und „Capercaillie“ (das bedeutet „Pferd des Waldes“ und bezeichnet einen Auerhahn)

1.-2.9. Countryside Festival mit Dudelsackbands, Falkner Ausstellung, Hunderennen, Highland-Tänzern, Tontaubenschießen, Handwerksausstellungen, Pferd- und Hundejagden, etc.

Alles zu sehen unter www.scotlandscountrysidefestival.co.uk

Alles Liebe, freue mich auf eure Emails!

Responses

  1. Hallo Claudia,
    hast du etwa heute Geburtstag??? Dann gratulieren wir dir ganz herzlich und wünschen dir alles Gute in deinem neuen Heim! Wir haben heute von deinen Eltern den link zu deinem Blogg bekommen – leider können wir die Bilder nicht öffnen. Liegt vielleicht an China??? Alles Liebe aus Shanghai! Barbara und Wolfgang

  2. Freut mich dass dir mein Buch gefallen hat! ;-)

    Apropos Kuchen…er scheint ja wohl immer noch besser gelungen zu sein als gewisse andere “tote” Rhabarberkuchen…;-)

  3. @ Barbara: In China ist Flickr laut Angaben von Yahoo tatsächlich gesperrt. Es kursieren verschiedene Gerüchte bezüglich der Gründe. Auch WordPress soll z.T. inklusive der Subdomains gesperrt sein, aber das scheint ja zu funktionieren…

  4. Grossartig!!!! Darf ich bitte investieren? Moechte gerne Teilhaber werden. Hab auch noch nen Vorschlag: man koennte doch noch Schauspieler engagieren, die als Koenige und Prinzessinnen verkleidet durch die Gegend laufen und die “schlauen” Fragen beantworten….:-)))

  5. love the dress claudi!!! hee hee..glad to see that its still alive and kicking! And it still looks fabulous on you!!! thats a good sign! =)

  6. Das hätte ich ja echt mal gerne gesehen…und gehört! Der gute, alte schottische Akzent! ;-) Grrrrrrrrrrreat!


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